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Schlagt mich

... aber ich sage es trotzdem: Mehr als die Hälfte der Leser von Belletristik sind Analphabeten; nicht das Wort selbst ist ihnen Geheimnis, es ist der Wortsinn, der ihnen zu schaffen macht. Sie schicken die Wörter wie Bandnudeln durch ihre eindimensionalen Gehirne, lassen sie im Sud ihrer Klischees und Vorurteile köcheln – und wundern sich dann, wenn eine matschige Masse im Bewusstsein ankommt, ein Morast, ein Sumpf, kurz: eine Welt- und Lebensanschauung ganz in Kotzgrün. Das nenne ich noch Leserbeschimpfung.

Und wozu das jetzt? Ach ja, damit wir uns nicht missverstehen: Gemeint sind hier nicht allein die Leser sogenannter Schundliteratur. Nein, meine traurigen Erfahrungswerte resultieren aus der jahrzehntelangen Beobachtung jenes Hochliteraturschmocks, der beim Lesen grundsätzlich den inneren Ventilator anstellt, um die Luft von allen Partikeln tieferer Einsicht zu reinigen.

Also, noch einmal, wozu das jetzt? Weil nach Ludgers →„Platzpatronen“-Attacke auf die Schafherde der Frau Swann mal wieder die Forendummheit fröhliche Urständ feiert. Man mag garnicht →hin verlinken, so weh tut einem der bloße Gedanke an diese Sorte von „Lesern“, die bei einem Verriss sogleich mutmaßt, der Kritiker habe hier nur seinen eigenen Frust abreagiert und quasi in einem Akt wohlfeilen Widerstands verkündet, nun erst recht das diskriminierte Werklein erwerben zu wollen. Und auf der anderen Seite die großen Beschwichtiger. Jetzt ist aber gut mit der Kritik eines schlechten Buches, jetzt widmen wir uns aber wieder den Perlen, gell?

Nö. JETZT gerade nicht. Kein Kritiker ist ein solcher Masochist, sich absichtlich Bücher auszusuchen, bei denen die Gefahr geistiger Geißelung auf der Hand liegt. Vielleicht ist das falsch, vielleicht sollte man sich öfter opfern, ganz gewiss danken wir Ludger für seinen ersten Schritt. Gerade wir Krimikritiker hätten allen Grund dazu, denn wir bewegen uns nicht im geschlossenen Bereich der Hochliteratur, nicht im horizontalen Paradies des mehr oder weniger Anspruchsvollen, sondern in der Vertikalen, die in der Hölle des übel zusammengehauenen Schunds beginnt und im Himmel wohlgesetzter und –überlegter Worte endet. Die Teufel sind allgegenwärtig, sie sind ein Teil des „Genres“ Krimi, ob wir wollen oder nicht. Darüber wollte ich eigentlich demnächst etwas Positives schreiben, und ich werde es auch. Aber an dieser Stelle ist mir wieder einmal nur negativ zu Mute.

So langsam kriege ich wieder die Kurve. An die Adresse der Einen: Macht nur weiter so. Dünnpfiff entschlackt, und was an Hirn dabei wegflutscht, ist ja eh kaum die Rede wert. An die Anderen: Wer an die Perlen will, muss erst mal den Dreck wegräumen, in dem sie liegen.

Und am Freitag gibt’s das Ganze in Seriös.

dpr

23. August 2005

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