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Wahlplots -3-

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Merkwürdig still ist es um Deutschlands Krimiautorenelite geworden. Lesereisen wurden abgesagt, Autorenblogs bleiben ungepflegt. Denn die Autoren schreiben. Sie schreiben Wahlthriller, Wahlwhodunnits, Wahlregionalkrimis, ja selbst ein Wahlkatzenkrimi und ein Wahlweinkrimi sind in Arbeit. Die Zeit drängt, denn spätestens Anfang September müssen die Offsettrommeln rotieren.

Wir haben in bewundernswerter Recherchearbeit einige der Plots ermittelt und stellen sie bis Ende des Monats in loser Folge vor. Heute präsentieren wir: AU WEH! EIN WESTERWALD KRIMI.

Die Story: Noch zwei Wochen bis zu den Bundestagswahlen. Deprimiert sitzt Außenminister Joschka Fischer bei der morgendlichen Lektüre der 727 wichtigsten Tageszeitungen. Er spürt: Seine Zeit ist abgelaufen. Adieu, Flugbereitschaft der Bundeswehr, adios, willige Praktikantinnen, bye bye, schlecht gekleidete Parteivorsitzende mit den blonden Haaren. Stattdessen: Hello, Ministerrente, buenos dias, Grufisex, guten Morgen, Nutellabrot. Minister Fischer fasst einen folgenschweren Entschluss.

Ab dem 19. September wird er sich als Privatdetektiv „The Fish“ durchs Leben schlagen, ein chandleresker Loser mit dem Gemüt eines südschwedischen Beamten und dem großen Herzen einer venezianischen Gondel mit Pensionsberechtigung. Da fällt sein Blick auf die Spalte „Vermischte Verbrechen aus aller Welt“ der „Frankfurter Rundschau“: In Warschau stirbt ein kolumbianischer Drogenkurier an einer Portion Rattengift. Aus Wladiwostock wird ein Bankraub mit 27 Toten gemeldet. Wien beklagt das mysteriöse Hinscheiden eines Callgirls, in Windhuk treibt ein unheimlicher Hammermörder sein Unwesen, und ganz Wanne-Eickel befindet sich in der Hand eines Geiselnehmers.

Alltägliche Meldungen, doch Fischer starrt wie gebannt auf die kurzen Notizen. Alle Städtenamen beginnen mit W! Und seine Erinnerung schweift zurück in jene wilden Jahre im Frankfurter Westend, als er noch in einer WG wohnte und mit der mysteriösen „W-Bande“ konfrontiert wurde, die Molotow-Cocktails zu überhöhten Preisen an Studenten verkaufte und nicht einmal die Immatrikulationsbescheinigung sehen wollte. Gibt es einen Zusammenhang? Ist die „W-Bande“ wieder aufgetaucht?

Sofort bucht Fischer die Flugbereitschaft der Bundeswehr und begibt sich auf eine chaotische Reise an die Orte der Verbrechen. Es beginnt eine hektische Zeit voller Sex und Crime. In Warschau entlarvt er das Woytila-Komplott (Dan Brown hat das Nachsehen), in Wladiwostok bringt er Wodkaschmuggler zur Strecke, in Wien stellt er die Walzerbande, in Windhuk sind es Waffenhändler, die ihm ins Netz gehen. Nur in Wanne-Eickel kommt er zu spät, denn der Geiselnehmer, ein gewisser Werner Wütend, ist unerkannt entkommen.

Bei jedem seiner Aufenthalte hat Fischer eine atemberaubende, junge Schönheit kennengelernt, zu einem Marathon-Orgasmus gebracht und noch vor Ort geheiratet. Aber er ist nicht zufrieden. Er folgt der Spur Werner Wütends und landet – im Westerwald, wo er sich im Gasthof eines kleinen Dorfes einquartiert. Auch hier geschehen merkwürdige Dinge. Wer steckt hinter den Schandtaten? Vielleicht der Wirt? Oder die Windelverkäuferin? Etwa die Wagnersängerin oder gar der Waschmaschinenmonteur?

In der einsamen Hütte eines merkwürdigen Wanderpredigers namens Westerwelle kommt es schließlich zum großen Showdown, einem rasanten Roadmovie-Finale, bei dem die besonderen Sehenswürdigkeiten des Westerwaldes, seine touristischen Angebote und vor allem die Zehnerkarte, die zum verbilligten Besuch des Hallenbades berechtigt, im Mittelpunkt stehen. Am Ende bleibt Fischer, der Diplomat und inzwischen zehnmal Geschiedene, siegreich. Doch er zahlt einen hohen Preis: Überraschend gewinnt Rot-Grün die Bundestagswahlen, das Verbrechen geht weiter...

Leseprobe:

„Nachdem sie Liebe gespielt hatten, ruhten ihre erschöpften und schweißnassen Körper nebeneinander auf dem harten Bett. Waltraut, die dralle Wirtstochter, rauchte eine Zigarette und sah zur Decke hoch. The Fish murmelte: ‚Willst du mich heiraten? Für unsere Hochzeitsreise könnte ich die Flugbereitschaft der Bundeswehr klarmachen...’. Waltraut lachte laut. ‚Das überlegen wir uns, wenn wir wieder bei Kräften sind, mein Lieber! Lass uns doch in eines der 125 Hallenbäder des Westerwaldes gehen und eine Runde schwimmen! Es gibt spezielle Whirlpools, Erlebnisrutschen, ständig Event-Aktionen und eine gemischte Sauna mit finnischem Birkenholz. Ja, bei uns im Westerwald versteht man zu leben!’“

Die Autoren: Preisträger des Schreibwettbewerbs „Oh du krimineller We-he-hesterwald“, einer Initiative der örtlichen Touristikbüros und der Ortsverbände von Bündnis 90 / Die Grünen.

Unsere Prognose: Nur auf regionaler Ebene ein Bestseller, und auch das bloß, weil jedem Buch eine Zehnerkarte fürs Hallenbad beiliegt.

dpr

17. August 2005

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