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Wahlplots -6-

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Na, sowas! Unsere kleine Serie von Wahlplots schien abgeschlossen, zumal das Ereignis selbst mit einer derart bunten Plakate- und Parolenflut ante portas steht, dass selbst der flinkeste Schreiberling nicht mehr im Stande wäre, zwischen das Wählmichheute und das Wahlmorgen noch einen Krimi zu schieben. Denkste! Die Wirklichkeit war wieder einmal stranger then fiction. Lesen Sie jetzt also: UND EWIG GRÜSST DER BUNDESWAHLLEITER.

Die Story: Kurz vor der Wahl. In Sachsen fällt eine Direktkandidatin der NPD tot um. Hirnschlag, stellt der Arzt kopfschüttelnd und irritiert fest. Die Folge: Nachwahl in Dresden! Das endgültige Endergebnis kann erst zwei Wochen später bekanntgegeben werden, die Parteien üben sich in Geduld und Ungewissheit, Deutschland steckt weiter in Reformstau. So weit so wirklich.

Drei Tage vor der Wahl ereignet sich in Hundingen, einem winzigen bayrischen Wahlkreis, etwas der Dresdner Tragödie frappierend Ähnliches: Kunigunde Obermoser, Direktkandidatin der Mutterschaftspartei (MUPA), wird am Morgen tot in ihrem Bett aufgefunden. Die zwölffache Mutter ist an Haferflocken erstickt, obwohl sie gar keine Haferflocken ißt! Konsequenz: Nachwahl! Konsequenz: Kein amtliches Endergebnis vor Mitte Oktober! Konsequenz: Eine Bundesregierung kann nicht gebildet werden! Konsequenz: Alles bleibt beim Alten, Schröder regiert kommissarisch weiter.

Während Kripo und Hinterbliebene noch über das mysteriöse Dahinscheiden der Obermoserin spekulieren, wird mit Walburga Kraxlhangl eine neue Direktkandidatin der MUPA nominiert. Drei Tage vor der Nachwahl geschieht das Unfassbare: Die Kraxlhanglerin, ein Kern- und Krawenzweib mit mindestens 16 Schwangerschaften, verunglückt beim Wasserskifahren auf dem Chiemsee. Mitte Oktober! Obwohl die Kraxlhanglerin gar keinen Wasserski nicht ums Verrecken nicht fahren kann, ja, nicht einmal schwimmen bei ihren drei Zentnern Muttergewicht. Kruzitürken, zefix, sacklzementnochamal! Konsequenz: Nachwahl. Konsequenz: siehe oben.

Erst jetzt dämmert es der Obrigkeit, dass hinter den scheinbaren Unglücksfällen teuflische Absicht lauern könnte. Wer hat ein Interesse, die Verkündigung des amtlichen Endergebnisses der Bundestagswahl durch den Bundeswahlleiter hinauszuzögern? Sitzen die Hintermänner ganz oben – oder liegt das Motiv eher im Privaten, wo doch der Obermoser Sepp, Witwer der Obermoserin, dorfbekanntermaßen etwas mit der Dürrlinger Gieslinde hat, nämlich sieben uneheliche Plagen und einen veritablen Tripper? Ein kniffliger Fall für Kommissar Diedlhofer, dens beim Bayern-„Tatort“ nicht haben haben wolln, zwegens den andern da, die wo da dort so telegen herumschnüffeln mit ihra Schauspielerfressn, ja leck mi doch, denkt der Diedlhofer und ermittelt auch ohne Fernseh’ und die Weißwürscht, die wo er sich dann beim „Käfer“ leisten könnt.

Dass mit Bertramia Doberhüttn auch die dritte Direktkandidatin der MUPA nicht an der Fünfprozenthürde, sondern der scharfen S-Kurve unweit ihres Hundinger Wohnhauses scheitert, erwähnen wir nur noch, um die Spannung zu steigern. Es wird eng für den Diedlhofer Sepp...

Leseprobe:

„Ja mei, dachte der Diedlhofer und biss in die Brezn. Der Lederhosen-Franz, Bazi der, ganz traurig hat er ausgschaut, Hundsäuglein hatter ghabt wie dera eine da, na, wie haas-der denn, der wo fei auch ka so richtigs Deitsch koa... Und hat wieder in seine Brezn gebissen, fad war die und altbacken wie der Jungfrauenverein von Daglfing. Jesusmaria, so a Wunder könnt einem doch vom Himmel falln... a kloans nur, das hätt der Diedlhofer jetzt gebraucht. Von allen Seiten hams ihm einen Druck gemacht, und die Potenzpillen, dös Viagra-Zeigl, dös wo er bei der Döberhüttnerin in dera ihrem Wagen im Handschuhfach gfundn hat – ein Rätsel, stöhnte der Diedlhofer, aber da kam schon die Kellnerin mit der Maß zwischen den Brüsten, und da hatts den Diedlhofer hiegschloagn, weil er hatts alle drei ham wolln, die Maß und die Zitzn und überhaupt das ganze Scheißleben...“

Der Autor: Na, der Ani Fritz, wer sonst?

Unsere Prognose: Auch ohne Tabor Süden eine echter Ani. Zum Schmunzeln und Ablachen, tiefgründig und vorderladrig. Ein Pfundskerl halt, der Fritz!

dpr

14. September 2005

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