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Robert Hültner: Das schlafende Grab

München im 21. Jahrhundert ... und immer noch sind die Handlungen im 3. Reich Ursache dafür, dass Menschen getötet werden. In einer aus mehreren Erzählsträngen bestehenden Geschichte erzählt Robert Hültner „Das schlafende Grab“, und der Leser kann dabei, wenn er genau hinschaut, so einigen Gestalten aus der jüngeren deutschen Kulturgeschichte begegnen.

Joseph Türk war im Mordkommissariat (MK) der Polizei der Stadt München und wurde dann, aus dem Leser unbekannten Gründen, strafversetzt in die Polizeiinspektion 29. Seitdem tut er dort als Streifenpolizist in der Nachtschicht seinen Dienst. Die Tätigkeit ist natürlich nicht mehr so aufregend, Morde werden nicht mehr aufgeklärt, sondern „nur“ deren Tatorte gesichert. Und so kommt es wie es kommen muss: An einem Tatort trifft er auf einen, ihm nicht wohlgesonnenen ehemaligen Kollegen des MK, der genauso großmäulig wie inkompetent ist. Im Weiteren lässt der Autor Joseph Türk den Mord gegen die Erlaubnis seines Vorgesetzten im Geheimen untersuchen und aufklären. Ein Zirkusveteran wird ermordet, ein Filmsammler tot aufgefunden, Türks Neffe in seiner Wohnung überfallen, und Türk entdeckt eine Spur, die in die jüngere deutsche Vergangenheit führt.

Robert Hültner wurde mit den Romanen um Inspektor Kajetan bekannt und für diese Bücher zweimal mit dem DKP geehrt. Sie spielen in den 20er Jahre des 20. Jahrhunderts und verarbeiten Episoden aus der Geschichte Münchens. Der Sprachstil in den Büchern scheint dieser Zeit angepasst und bietet dem Leser einen hohen Genusswert.

Mit „Das schlafende Grab“ ist der Autor in der Gegenwart angekommen. Er hat – so habe ich den Eindruck - damit auch etwas seine Sprache entstaubt und somit ein wenig ihrer Schlagkraft beraubt; und dennoch ... in der persönlichen Rede kommt diese unmittelbare Ausdruckskraft der bayerischen Sprache immer noch gut ´rüber. Das Buch ist genauso wie die Bände der Kajetan-Serie lokal authentisch, ohne ins Regionalkrimihafte abzugleiten. Wie die anderen seiner Bücher auch hat es einen deutlichen politischen Bezug.

Robert Hültner schrieb im Nachwort, dass er auch die häufig undramatische Alltagsarbeit der Polizei beschreiben wollte. Das ist ihm gut gelungen, nur scheint darunter die Arbeit, die Joseph Türk investieren muss, um den Täter zu stellen, etwas zu kurz zu kommen. Zu zufällig wirken die Ergebnisse, die er erzielt. Wie ich überhaupt finde, dass die „Rätselarbeit“ und die Präsentation der Lösung doch etwas sehr klassisch geraten sind. Detektive z.B., die Beobachtungen nicht dem Leser mitteilen, sind, in meinen Augen, ein Relikt.

Summa summarum ist es ein gelungenes Buch: Gut geschrieben, unterhaltsam und lehrreich. Da soll es dann in der Kritik auch etwas zurückstehen, dass die Rätselgeschichte gut aufgebaut ist und sich darin auch ein glaubhaftes Motiv verbergen kann, aber dass man speziell diesem Täter seine Motivation für die Tat nicht so ganz abnimmt.

Dr. Bernd Kochanowski

Robert Hültner: Das schlafende Grab. btb 2004. 288 Seiten, 9 €

4. Oktober 2005

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