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Das andere Medium

Denken und stapeln

(Auf dem Denkstapel landet alles, was ich so aufschnappe und kurz andenke, was weiterzudenken sich vielleicht lohnt, vielleicht auch nicht. Heute: ein paar Gedanken zu Krimis und ihren Verfilmungen und warum das eine nicht das andere ist, aber für die Unsterblichkeit doch eins wie das andere.)

Auf die Frage, wen er für überschätzt halte, →antwortete der belgische Krimiautor Piet Teigeler:

„Raymond Chandler. Most of his immortality comes from Bogart & Bacall who gave his stories another dimension on screen.”

In dieser Aussage steckt zweierlei. Zum einen, dass Teigeler den Buchautor Chandler nicht sonderlich mag. Zum anderen, dass er zu unterscheiden weiß zwischen einem Text und seiner filmischen Adaption. Aber diese „andere Dimension“ des Mediums Film lässt sich nicht nur an Namen und Gesichtern und Gesten festmachen. Buch und Film sind zwei grundverschiedene Medien, und die grundsätzlichste dieser Verschiedenheiten besteht wohl darin, dass uns TV und Film die Bilder diensteifrig in die Augen flimmern, das Buch jedoch das Gehirn braucht, den Kessel für Gedanken und Phantasie, um zu bebildern, was wir da lesen. Lesen ist also Sehen mit Selbstbeteiligung. Wir tragen einen beträchtlichen Teil des Aufwands, der entsteht, wenn wir Wörter in Bilder verwandeln, streichen aber auch eine Löwenanteil des Ertrages ein, denn dieser Film, der da in uns abläuft, ist UNSER Film. Es gibt keine Mitzuschauer. Director’s Cut.

Doch vieles von dem, was wir da so lesen, verweigert sich seiner Visualisierung. Ja, wahrscheinlich das Entscheidende, das Charakteristische. Nehmen wir Chandler. So kongenial Bogart auch immer jenen Philip Marlowe gespielt haben mag, seine Seele, wie sie Chandler in Worte gefasst hat, konnte er uns nicht öffnen. Bogart spielte den zarten Zyniker, den Mann mit dem weichen Keks unter der harten Schale. Chandler meinte mit seinem Marlowe etwas anderes, er war ein Person gewordener Reflex auf die Gesellschaft, sein Zynismus war enttäuschte Liebe, resignatives Mitleiden, Zärtlichkeit, die zu Brutalität geronnen war. Kein Stoff für Bilder, kein Stoff für Filme, nicht einmal für die in uns selbst. Immaterielles.

Dass Chandler tatsächlich einen Teil seiner Unsterblichkeit der Schauspiel- und Regiekunst derjenigen verdankt, die seine Stoffe adaptierten, bleibt unbestritten. Dass er auch ohne die Flimmerversionen seiner Bücher wenigstens unsterblicher wäre als die meisten seiner Kollegen, aber auch.

Ich kenne nur einen einzigen Krimi, der wirklich so verfilmt wurde, wie er geschrieben ist, ohne von seinen Qualitäten zu verlieren: Hammetts "Thin Man“. Wenn ich das Buch lese, sehe ich den Film, wenn ich den Film lese, sehe ich das Buch. Das macht Spaß. Ist aber der Ausnahmefall.

dpr

2. November 2005

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