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Naomi Hirahara: Summer of the big Bachi

Die US-Bürger japanischer Abstammung finden in den meisten US-amerikanischen Büchern wenig Beachtung. Viele von diesen US-Bürgern lebten (und leben) an der Westküste der USA. Während des 2. Weltkrieges wurden die meisten der damals in den USA lebenden japanischstämmigen US-Bürger interniert. Männer konnten der Internierung nur entgehen, wenn sie sich als Soldaten verpflichteten, Frauen hatten kaum eine Möglichkeit dem Lager zu entkommen. Einige gingen auch in den späten 30er Jahre nach Japan zurück, und so verweist dann auch die Eingangssentenz des Buches „Summer of the big Bachi“ von Naomi Hirahara darauf, dass 500 der 210.000 Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Hiroshimas in ihre Heimat, die USA, zurückgingen.

Kalifornien, 1999. Mas Arai lebt dort seit 1947, geht auf die Siebzig zu und schlägt sich als selbstständiger Gärtner durchs Leben. Das fließt so dahin, tagsüber arbeiten, Abends mit Freunden Karten spielen; seine Frau ist verstorben und seine Tochter lebt in New York. Plötzlich tritt ein Japaner auf und fragt nach einer Person aus Mas Arais Jugendzeit in Hiroshima. Als dann noch ein zweiter, junger Japaner ein Bild der gleichen Person herzeigt und mitteilt, dass dies sein Großvater sei, ist Mas Arai plötzlich mitten drin in einer Geschichte, die ihn in Gefahr bringt und Verdrängtes aufwühlt.

„Bachi” könnte man als „strafende Gerechtigkeit“ übersetzen, und als dieses empfindet Mas Arai denn auch das, was sich da vor ihm abzuspielen beginnt. Das Buch ist aus seiner Sicht geschrieben. Ein älterer Mann, zeitlebens von einem schlechten Gewissen geplagt. Während er uns die Geschichte erzählt, findet er immer wieder Zeit für sein Leben. Für die schwierige Beziehung zur Tochter, für die japanische Gemeinde, für die wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse und für seine Zeit in Hiroshima.

Naomi Hirahara schafft es, uns einen Eindruck einer Generation der japanischen Gemeinschaft in Kalifornien zu geben, welche sich, auch von ihrem Dialekt her, so ein wenig zwischen den Kulturen eingerichtet zu haben schien und nun erleben muss, das die jüngere Generation ihre Werte nicht teilt. Sie entwickelt ein glaubhaftes Bild eines fast 70jährigen, mit seinen Erinnerungen, die ihn auf Schritt und Tritt begleiten und so viel über ihn aussagen. Und sie baut um diese Person herum einen plausiblen Krimi auf. Besonderes Lob allerdings gebührt der Autorin für ihren federleichten Erzählstil, der so mühelos wirkt und schlichtweg gekonnt ist.

Und auch vom Spannungsmoment her macht sie vieles richtig. Natürlich, die Leichen treten nicht im Minutentakt auf, aber sie kann eine glaubwürdige spannungsvolle Atmosphäre aufbauen. Nur leider, ein kleiner Wermutstropfen muss ein, am Ende da hat der gute Mas Arai so viele kluge Einfälle und kann alle Rätsel auflösen, ohne dass der Leser die Ursache der klugen Einfälle erläutert bekommt. „Summer of the big Bachi“ ist ein Buch für Leute die fremde Kulturen kennen lernen möchten. Authentisch und gelungen dargeboten.

P.S.
Wer einen kleinen Eindruck von dem Buch bekommen mag, kann →hier
der Autorin zuhören, wie Sie eine Passage vorliest, die 1945 in Hiroshima spielt.

Dr. Bernd Kochanowski

17. Januar 2006

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