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Die lachenden Detektive

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Uta-Maria Heim: Wespennest
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Früher war alles besser

Ich will ja dem Herrn → Linder, der gerade das frühe 20. Kriminaljahrhundert unterm kritischen Auge hat, nicht ins Handwerk pfuschen. Aber das hier ist einfach zu schön und so wahr, als dass ich daran vorbeigehen könnte. Eine Kriminalparodie aus dem Jahr 1920 von Baron G. de S. Heinrich Lautensack, und schon der Titel ist eine Kurzgeschichte: "Leben, Taten und Meinungen (kurz zusammengefaßt) des sehr berühmten russischen Detektivs Maximow, Beamter zu besonderen Aufträgen im Ministerium des Innern zu St. Petersburg". Allein die Vorrede war die Investition wert...

"So wenig er - dessen Namen wir nicht zu nennen brauchen - dafür etwa verantwortlich zu machen ist, daß seine Serie wundervoller Romane jene allesverheerende Flut von Detektivgeschichten heraufbeschwor (man denke an Mond und Ebbe, und man denke an Mond und Flut), so sehr kann ihm dieser Vorwurf doch nicht erspart bleiben, daß wir von allem privaten Leben seines Sherlock Holmes kaum ein Mehreres wissen als: daß Rauchen etwas ist, das einem zur Leidenschaft werden - und daß die Geige spielen (oder ist es ein Klavier? oder ist's eine Flöte?)etwas, das Drüber- oder Drunterwohnende, Linksnebenan- oder Rechtsnebenanhausende gar wohl veranlassen kann, zum nächsten Termin oder vorher noch fluchtartig aus- und die Unannehmlichkeit eines, sagen wir, bis zur Totalität verwanzten Hauses (gegen solchen musikalischen Dauergenuß gehalten) immer noch bei weitem lieber vorzuziehen."

Dem will der Autor abhelfen:

"Denn: vom Gehirnschweiß eines Detektivs haben wir durch die schier unendlich anwachsende einschlägige Literatur mehr als eine Ahnung... ja, um es dreist zu sagen: fast die Nase voll. Versuchen wir dieserhalb einmal, wie einer der sehr berühmten Detektivs pur als Mensch transpiriert...als Mensch und obendrein noch als Liebhaber."

Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen! Es gab mal eine Zeit, als man uns nicht hundertseitenlang mit den Privatproblemchen von ErmittlerInnen behelligte, als die Libido auf die Couch der Psychoanalytiker gehörte und nicht in einen Krimi gepresst werden musste! Als noch DER FALL im Mittelpunkt stand und nicht das gesammelte Weltelend, über das Herr oder Frau Detektiv sich schier das Köpfchen zergrübelt! Mensch, was für Zeiten!

Aber wir erfahren auch, warum diese Zeiten dahin sind, endgültig.

"Wir kannten und wir kennen unseren Leitsatz (nicht nur für dieses Büchlein): Von Erzählungen, so auf nichts als auf Spannung gearbeitet sind, von solchen ganz zu schweigen, haftet selbst allen Milieuschilderungen (wir können uns nicht helfen) immer etwas Reporterhaftes an; dagegen reine Menschlichkeitsschilderungen und -gemälde, eija, die haben Ewigkeitswert!"

Und so menscheln sie halt fröhlich vor sich hin, klecksen eine banale Befindlichkeit auf die nächste und nennen's Krimi - verschämt, naturellement, denn sie wollen ja unsterblich werden, ewig - und werden doch nur schlechte KrimiautorInnen. Das hält kaum übers Jahr.

Ach ja: Und → hier kann man den Text lesen!

dpr

14. März 2006

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