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Schlussfolgerung

"Daß die Menschheit die Macht hat, zu strafen, das ist die Ursache jeder geistigen Rückständigkeit. Gäb' es keine Strafen, so hätte man längst schon Mittel gefunden, Verbrechen unmöglich, überflüssig und aussichtslos zu machen. Wie weit wären wir in allem, wenn wir Galgen und Kerker nicht hätten! Wir hätten Häuser, die nicht Feuer fangen, und es gäbe keine Brandstifter. Wir hätten keine Waffen mehr, und es gäbe keine Meuchelmörder. Jeder hätte, was er braucht und was er sich ersehnt, und es gäbe keine Diebe. Manchmal kommt mir der Gedanke: Wie gut es ist, daß Krankheit kein Verbrechen ist. Sonst hätten wir keine Ärzte, nur Richter."

Das schrieb ein in Prag geborener Versicherungsmathematiker. Nein, nein, nicht DER. Sondern Leo Perutz. Das Zitat stammt aus dem unbedingt empfehlenswerten Roman "Zwischen neun und neun". Der wieder einmal belegt: So hätte Kafka geschrieben, wenn er für Leser geschrieben hätte.

Ach ja, die Schlussfolgerung: Perutz' Vision ist natürlich abzulehnen. Denn ohne Strafe gäbe es auch keine Kriminalromane mehr. Und das wäre schauerlich.

18. April 2006

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