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Wenn die Treppe schwankt

Zu den giftigsten Pfeilen im Köcher des Kritikers des Kritikers, der ein Buch verrissen hat, das dieser Kritiker des Kritikers für gut befindet, gehört standardmäßig folgendes Argument: Schreibe du, böser Kritiker, erst einmal ein Buch wie der Autor, den du in den Dreck gezogen hast, bevor du mit dem Kritisieren beginnst! Aber das kannst du eben nicht! Und WEIL du es nicht kannst: halte gefälligst dein Maul!

Man könnte diesen Pfeil routiniert an einem Schild abprallen lassen, auf dem schlicht steht: Hör mal. Wenn ich eine Treppe raufgehe, die, sobald ich das Geländer anfasse, wie ein Kuhschwanz zu wackeln beginnt, dann weiß ich, dass die Handwerker gepfuscht haben. Obwohl ich selbst, so ich eine Treppe bauen müsste, nicht einmal wüsste wo überhaupt anfangen.

Das Schreiben von Büchern und das Kritisieren derselben sind also zwei grundsätzlich von einander verschiedene Dinge. Darüber braucht man nicht mehr groß zu reden. Viel interessanter ist aber folgendes: Den Einwand, ein Kritiker, der keine Romane schreiben könne, solle es gefälligst auch unterlassen, sie zu kritisieren, diesen Einwand hört man ausschließlich dann, wenn es sich um VERRISSE handelt. Mir jedenfalls ist noch kein Beispiel eines lobpreisenden Kritikers untergekommen, der mit oben genanntem Argument gemaßregelt worden wäre. Dabei wäre genau das viel natürlicher. Ich laufe eine Treppe hoch, rüttele am Geländer und rufe laut aus: "Oho, welch geniale Handwerker! Die Treppe steht wie eine Eins!" - Woher weiß ich das eigentlich, wenn ich keine Ahnung habe, wie man eine Treppe baut? Meine Euphorie kann in Unkenntnis der Tatsache erfolgen, dass die Handwerker, schlau wie sie sind, die Treppe so konstruierten, dass sie in der Garantiezeit keinen Grund zur Klage gibt. Aber dann...

Doch, das behaupte ich jetzt: Wer ein Buch gelungen findet, sollte selbst in der Lage sein, eins zu schreiben. Was nun aber den Leser in Verzug brächte. Denn für ihn, der ja sein eigener Kritiker ist, gälte eben das auch. So gesehen: Vorsicht vor lobenden Lesern.

Aber vielleicht ist jener giftige Pfeil im Köcher halt doch nur das, was er ist: ein Gummipfeilchen, das sich nie in sein Ziel bohren wird.

dpr

4. August 2006

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