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Die Leib- und Magen-Krimis

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Was tut man nicht alles für die Kunst. Sogar einen schwer ins Chaotische abschweifenden Magen habe ich mir zugelegt, um die Antwort auf eine der letzten offenen Fragen der Kriminalliteratur zu finden: Beeinflusst die persönliche körperliche Befindlichkeit unser Urteil über Krimis? Steigt proportional zur Magensäure unsere Sympathie für, unsere Abneigung gegen bestimmte Themen und Strickmuster? Wenn ja: warum? Wenn nein: warum nicht? Hier erste vorläufige Erkenntnisse.

Während meines Maladeseins habe ich folgende Titel gelesen respektive angelesen:

Mischa Bach: Stimmengewirr
Michael Robotham: Amnesie
Astrid Paprotta: Melitta-Mann jagt Dr. Best
Charles Willeford: Sperrstunde
Peter O’Donnell: Modesty Blaise – Der Xanadu-Talisman

Mischa Bach hatte Pech. Ihr Roman, in dem es um eine „schizophrene Persönlichkeit“ geht, war zu nahe an meiner momentanen Befindlichkeit. Auch ich bestand aus mehreren Menschen, einem kopf- und einem magengesteuerten, Dr. Head and Mister Stomach, beide bekämpften sich, und meistens gewann Mister Stomach. Also: weg damit, später noch einmal versuchen.

Ganz anders Michael Robotham. Sein Thriller „Amnesie“ macht uns mit einem Protagonisten bekannt, der nach einer wilden Schießerei mit Gedächtnisschwund im Krankenhaus aufwacht. Es geht ihm dreckig, sehr dreckig – und das gefiel mir, denn es ging ihm NOCH dreckiger als mir. Irgendwann lernte ich ihn auch hassen, denn er hatte stets Morphiumkügelchen gegen die Schmerzen dabei. Mit meinen lächerlichen Ibuprofen war dagegen nicht das entfernteste Anstinken, und weil dieses Jahr das Cannabisbüschlein auf meinem Balkon nicht richtig gedeihen will, wünschte ich dem Robothamschen Helden alles nur erdenklich Schmerzliche. Er bekam es. Also: Klasse Krimi, mehr davon!

Kommen wir zu Astrid Paprottas „Melitta-Mann jagt Dr. Best“. Das harsche Urteil kann hier nur lauten: Mensch, der du dich vor Magenschmerzen krümmst, meide dieses Buch! Das Cover sieht aus wie eine Tafel RITTER SPORT, es beginnt mit MAGNUM-Eis und anderen Leckereien. Eine zynische und magenverachtende Lektüre, die dem gesunden Individuum manch heitere Stunde bereiten mag, dem kranken indes die Pein noch verschlimmert. Schämen Sie sich, Frau!

Nun, Frau P. sammelte wenigstens einige Sympathiepunkte, indem sie mir Charles Willefords „Sperrstunde“ empfahl. Boah, wie dort gelitten wird! Selbstmordversuche! Totalbesäufnisse! Schlägereien! Psychiatrien! Das war noch besser als bei Robotham, da hat sich der eigene Schmerz vollständig verabschiedet. Fazit: Weiter so! Pflichtlektüre für jeden Krankenhausinsassen!

Getoppt werden konnte Willeford nur noch von IHR: Modesty Blaise. Das ist schön. Schlimm aber: Ich weiß nicht warum. Zwar gibt es gleich zu Beginn ein Erdbeben, ein Mann wird mit Napalm verbrannt und auch sonst stirbt man wacker. Aber wirklich Schmerzen kommen nicht rüber. Ist halt Modesty. Die liest man in guten wie in schlechten Tagen, da ändert sich nichts. Meine Erkenntnis: Wer Modesty nicht mag, ist weder krank noch gesund, sondern schlicht: tot.

Lesen Sie nächste Woche: Lungensteckschuss und Nierenversagen – Welche Krimis passen?

dpr

1. September 2006

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