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Olivier Mau: Myrtille am Strand

Großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis: 195 Seiten, 12 € 90, 22 Tote. Olivier Mau, der Autor von „Myrtille am Strand“, hat nachgezählt. Ob er auch weiß, wieviele Versatzstücke der Kriminalliteratur er in seinem Roman verbaut hat? Anzunehmen.

Aber beginnen wir mit der Handlung, was gar nicht so einfach ist, weil man immer Gefahr läuft, den Faden zu verlieren. Also: Die junge Myrtille, Französin, Eurasierin, attraktiv und bei der Pariser Polizei, reist nach Toulon, um ihren Vater zu beerdigen. Keine großartigen Gefühle; der Mann hat Frau und Tochter schmählich im Stich gelassen, ein erfolgreicher Schriftsteller in irgend einem Reichenghetto am Mittelmeer. Die unliebsame Begegnung mit der Stiefschwester und ihren beiden Plagen steht bevor, doch schon am Flughafen gerät Myrtille in einen blutigen Überfall (drei Tote, aber wir zählen jetzt nicht weiter), der einer Aktentasche mit mysteriösem Inhalt gilt.

Jetzt wird’s kompliziert. Ein Tschetschene kommt ins Spiel, natürlich Großgangster. Er hat eine reizende Gespielin, die am Ende zwar einige ihrer süßen Fingerchen verliert, jetzt aber benötigt wird, um einen trotteligen Nachbarn zu becircen. Ein Polizist namens Rembrandt, Typ wilder Gartenzwerg, möchte dem Tschetschenen den Überfall anlasten, der reizenden Myrtille traut er ebenfalls nicht über den Weg. Dazu kommen in rascher Folge seltsame Männer in Rennbooten, ein junger Held im Sportwagen, in den sich Myrtille verknallt (sowohl in den Helden als auch den Sportwagen), ein sehr reicher alter Herr im Rollstuhl nebst betörender Tochter, einem Supermodel, das aber erkennbare Probleme hat. Ein Journalist, ein Papparazzi komplettieren dieses (lediglich skizzierte) Szenario, das sich nun bis in höchste Turbulenzen zum prächtigen Ende hin fortschreibt.

Myrtille wird hin und her gerissen. Ist ihr Vater gar nicht tot? Was ist mit unserem jungen Helden und was mit dem Tschetschenen? – Sie will ja eigentlich mit der ganzen Sache nichts zu tun haben, aber, Achtung Krimi, steckt dann natürlich doch bis zum hübschen Näschen in der Sache. Und klärt alles auf und wird achtundsiebzig Millionen Dollar reicher. Ende erstes Abenteuer.

Denn „Myrtille am Strand“ ist der Eröffnungsband einer Trilogie, die Olivier Mau 2003 veröffentlicht hat, einige Kinderbücher und Kurzgeschichten sind in diesem Jahr auch noch seiner Feder entschlüpft. Ein Vielschreiber also, ein just-for-fun-Geschichtentüftler, der sich dreist aus der Requisite bedient. „Myrtille am Strand“ nämlich ist purer, überdrehter Pulp, lustvoll montierte Kolportage, Myrtille ein Hauch von Modesty, alles sehr bizarr zusammengemixt, unterhaltsam zu lesen, jenseits aller Ernsthaftigkeit hingeklatscht. Behaupte keiner, das mache irgend welchen Sinn. Behaupte aber auch keiner das Gegenteil. Funny, isn`t it?

dpr

Olivier Mau: Myrtille am Strand. Shayol (Funny Crimes) 2006 (Original: “Myrtille à la plage”, 2003, deutsch von Richard Betzenbichler). 195 Seiten. 12,90 €

28. Dezember 2006

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