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Stapel gelesener Bücher
Das neue Jahr hat begonnen, wem sag ich das. Das alte ist Geschichte, aber die Geschichten, die 2006 geschrieben und gelesen wurden, sind noch nicht alle besprochen. Merkwürdig. Eigentlich liest man heute ein Buch fertig und morgen steht im Blog, was man davon hält. Aber jetzt stapeln sich die gelesenen, noch nicht besprochenen Bücher, die neuen, noch ungelesenen, treffen peu à peu ein. Also die Altlasten abarbeiten.
Dominique Sylvains „Schöne der Nacht“, Pariser Krimi zwischen der Tristesse und Hoffnungslosigkeit der Vorstädte und den nächtlichen Mysterien der Metropole, hat schon einen Preis gewonnen, nicht schlecht, aber mit Schwächen, besonders am Schluss. Gibt ne Kurzkritik.
Andree Hesse, „Das andere Blut“, ein Pferdequäler beunruhigt das Celler Land, und dann liegt ein Mädchen tot im Bach. Kriminalkommissar Arno Hennings ermittelt. Auch nicht schlecht, nein, aber mit der deutschen Krankheit geschlagen, dem Ausstoß ermüdend schlichter Weisheiten. Mal gucken.
Leif GW Persson, „Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters“, was für ein Titel schon, was für ein Wälzer, knappe 700 Seiten, die ersten davon ein überraschendes déjà vu, nee, déjà lu, aber dann... ganz zynisches Buch, Realismus durch Übertreibung?
Gestern fertig geworden: Beate Sauer, „Der Geschmack der Tollkirsche“, ein historischer Kriminalroman aus der Eifelgegend in der Römerzeit. Aber „bitte keine Rezensionen vor dem 21. Februar 2007“ steht vorne drin, also...
Carl Albert Loosli, „Die Schattmattbauern“, ein Schweizer Klassiker, jetzt in der Werkausgabe wiederveröffentlicht. Im Winter 1925/26 verfasst, Erzählzeit 1893, also auch „historisch“, aber anders. Und das könnte man doch zusammen mit der „Tollkirsche“ besprechen? Ein bisschen ins Grundsätzliche gehen? Mal sehen.
Morgen also... Hesse? Oder Persson? Überleg ich mir heute mittag. Muss ich aber ran, die Novitäten klopfen schon an die Tür, David Peace wird uns „1980“ vorführen, der Fengshui-Detektiv wieder aktiv werden undundund. Die Feiertage sind vorbei, jetzt fordern die Arbeitstage ihr Recht. Und auf den Stapel der ungelesenen Bücher schau ich lieber erst gar nicht. Und auf den mit den lediglich angelesenen und dann enttäuscht abgelegten auch nicht; erschreckend viele von der Bestenliste dabei...nee, die Suppe rühre ich jetzt nicht um. Gaaanz entspannt ins neue Jahr...
dpr
3. Januar 2007
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