Anobella Zur Startseite

Zufallsgrafik von R. Wünsch

Blog

News & Texte & Kolumnen

Historischer Kalender

Aktuell 16297Einträge

Galerie

Zeichnungen & Fotos

Archiv

Altlasten aus 15 Jahren


 

Hinternet durchsuchen:


Monatsarchive:


Rubriken

Die aktuellsten Kommentare

• Kle: ach. Dann hat ja das Gratisangebot ab morgen auch keinen Sinn mehr, wäre schofelig danach zu fragen, (mehr...)
• Ria: Auch wenn du nächstes Jahr die Krimikritik-Diktatorenschaft nicht an dich reißen kannst, weil da der (mehr...)
• Ria: Klingt wie der Titel eines epischen Dramas: 'Der mit den Eiern tanzt' (mehr...)
• dpr: Liebe LeserInnen, wenn das der letzte Beitrag von wtd ist, den ihr sehen könnt, dann müsst ihr <a hr (mehr...)
• dpr: Kann man machen. Ist aber problematisch, wenn man zuerst die Abbdruckgenehmigung praktisch aufdrängt (mehr...)
• Kle: "Nie hätte ich gedacht, dass sich die Rechte an einem Cover an die Lieferbarkeit eines Titels knüpfe (mehr...)
• Peter J. Kraus: Egal, was Rowohlt mag oder nicht mag: ich erkläre hiermit meine Titelabbildungen zu beliebig verwend (mehr...)
• Ria: Aber die Frage war doch, was musst du tun, um als Krimiautor mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Mag sc (mehr...)
• dpr: Hm, Ria, das ist jetzt aber arg feuilletonistisch... Sollten wir den bösen Bubis nicht Fingerchen ma (mehr...)
• Ria: Wir machen Folgendes: Ein Buch, in dem wir messerscharf nachweisen, dass die Feuilletonisten uns gei (mehr...)


Alles Usedom

annabeller_version_rot.JPG

Kommissar Horatio Wickius und Kommissarin Anna Beller stießen – mit Blick auf die Landungsbrücke im Usedomer Kaiserbad Heringsdorf – lachend miteinander an. „Wusste gar nicht“, sagte Wickius, „dass sie hier oben so gutes Bier haben. Usedomer Brauhaus ... prächtig!“
Anne Beller nippte an ihrem Saale-Unstrut-Wein und beobachtete einen Frachter, der am Horizont von Polen nach Schweden zog. „Ja, da hatte DPR recht ... Usedom ist wirklich fabelhaft.“
Wickius lachte leise in sich hinein. „DPR ... ein lieber Kerl. Wirklich sehr angenehm im Umgang ... meistens jedenfalls. Grantig werden kann er ja ...“

Anna Beller winkte ab. „Ach was, nur wenn’s um Krimis geht.“
Wickius begriff den Unterschied nicht. „Aber wann geht’s bei ihm mal nicht um Krimis? Seit ich ihn kenne – und ich kenne ihn seit der Grundschule – interessiert er sich nur für Krimis. Das heißt erst für Karl May und James Fenimore Cooper. Aber dann gleich Krimis.“
Anna Beller schwieg eine Weile. „Ja, das habe ich von Anobella auch gehört, dass es schwer ist, ihn für ein anderes Thema zu interessieren ... na ja, Hinternetredaktion. Die arbeiten da natürlich sehr genau, da kannst du nicht einfach irgendwelche Einträge ins Netz seppeln, da geht viel Energie drauf ...“
Sie goss sich Wein nach. „Ist ja auch wurscht, in diesem Fall profitieren wir ja davon ...“
„Wohl wahr ...“ Horatio legte seinen Ripley neben sich und ließ sich tiefer in seine Hängematte gleiten.
„Kammerer dreht durch, weil ich nicht da bin ... dabei hat er gar nichts zu tun. Die letzte Woche habe ich ihn kaum gesehen. Da war er nur auf deinem Elektroroller unterwegs.“
Wickius wäre vor Lachen beinahe aus der Hängematte gekippt. „Er hatte nie ein Motorrad. Nie eine rebellische Phase. Da flippt so ein Kleinbürger wie der natürlich aus. Purer Regress.“
Anna reichte Horatio Erdnissflipps. „Hätte ich dir übrigens gar nicht zugetraut, dass du alles stehen und liegen lässt, nur um auf eine Insel zu fahren ...“
Aber konnte man ein solches Angebot ablehnen, fragte sich Horatio. Heringsdorf, ein Seeschloss, zwei Wochen, und das nur, weil DPR und Anobella wieder einmal furchtbaren Streit darüber bekommen hatten, wie ein guter Text/Krimi entstünde. (Nicht zum ersten Mal, übrigens) Wickius und Anna konnte es egal sein, sie hatten ihre Handys abgeschaltet und waren für die beiden Kampfhähne nicht erreichbar. Nur Giorgio hielt sie über Barbra Reinhardt auf dem Laufenden, die sich immer noch weigerte, bei ihm einzuziehen, obwohl sie nach wie vor in einer kleinen Kammer im Büro schlief. Macht ja nichts, sagt Barbra, in einer Stadt, in der nix los ist, kann ich mir Zeit zum Suchen lassen. Nur keine Schnellschüsse.
Und so hatten sie zur Zeit alle Urlaub, Wickius und Anne auf Usedom, DPR zwischen Alligatoren in Florida, Anobella auf ihrer Terrasse, Giorgio zu Hause (er plante eine Reise nach Süditalien, die er allerdings ständig verschob, weil Barbra angedeutet hatte, auch sie könnte sich eventuell für Taormina interessieren) und Fritz Kammerer in den Straßen Saarbrückens.
Nur Praktikant Joachim Kaiser überprüfte jeden Tag das Posteingangskörbchen des Präsidiums, aber der Juni verstrich ereignislos dahin.
Würde sie denn hier nie mehr was zu tun kriegen, fragte sich Barbra. Das Leben in Deutschland hatte sie sich wirklich etwas abwechslungsreicher vorgestellt.

20. Juni 2007

* * *

Weblog-Index
← Watching the detectives: Deutsche Krimis - eine statistische Klarstellung
→ Watching the detectives: Wolfgang Brenner: Bollinger und die Friseuse