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Nondisclosure

Polizeioberrat Fritz Kammerer hielt Anna Beller eine große Rede – sie wäre fast eingeschlafen – über Loyalität, Kriminalität, Horatio Wickius und unzulässige Privatkontakte zu ehemaligen Beamten der Kripo. Als Wickius seinen Hut genommen hätte, sei es nicht seine, Kammerers, Idee gewesen, dass Wickius mit Anna zusammenziehe, von ihrer Wohnung aus Kammerer Ratschläge erteile und – das schlüge dem Fass den Boden aus! - sich in Annas Büro schleiche, um die Datenbanken der Landesbanken anzuzapfen. Während er, Kammerer, versuche, eine aussagekräftige Abteilungsbesprechung auf die Reihe zu kriegen. Ach ja, ganz zu schweigen von Horatios Neffe Jo Kaiser, der immer noch Praktikant in der Abteilung Leib und Leben sei, obwohl er, Kammerer, ihn schon drei Mal hinausgeworfen habe. Das alles untergrabe seine Autorität, stelle seine Weisungsbefugnis in Frage und wenn das an die Öffentlichkeit gerate, sei der Schaden nicht auszudenken.
Anna überlegte, ob jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt war, dem Polizeioberrat zu enthüllen, dass Wickius sich unter seinem Klarnamen auf einem lokalen Krimiblog eingeloggt hatte, um Mordfälle in Saarbrücken mit interessierten Bürgern zu diskutieren. Und nicht nur er, sondern auch Giorgio, Jo Kaiser und sie, Anna. Eigentlich bloggten alle aus dem Präsidium außer Kammerer, wenn sie es sich recht betrachtete. Der Polizeipräsident unterhielt ein sehr schönes bibliophiles E.A.Poe-Blog, in das er jeden Tag Neuigkeiten über den großen amerikanischen Schriftstellers hineinstellte: Links, Artikel aus dem Feuilleton, Kurzgeschichten etc. Nächstes Jahr, so war zu hören, solle das Blog für den renommierten Grimmepreis vorgeschlagen werden.
Gerade hatte Anna sich entschieden, Kammerer reinen Wein einzuschenken, da flog die Tür auf und Jo stürzte herein.
„Chef! Wir haben eine Leiche!“, rief er nicht ohne Drama.
Kammerers Kopf sank schwer auf die Tischplatte. „Ich dulde es nicht, dass Sie mich Chef nennen! Ich habe Sie nicht eingestellt! Ich habe Sie drei Mal entlassen!“
„Wenn Sie ihn nicht eingestellt haben, können Sie ihn auch nicht entlassen“, bemerkte Anna.
Der Junge schob aufgeregt seine Schirmmütze in den Nacken. „Hört doch zu! Es ist in Ihrem Wohnviertel passiert, Chef!“
Kammerers Kopf schoss hoch. „Was? Erzählen Sie! Und – danach sind Sie entlassen, nur dass das klar ist!“

>>>zu Wickius

1. Juni 2007

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