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Uta-Maria Heim: Wespennest
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Wochenende eines Depressiven oder: Letzte Zuckungen eines Krimibloggers

Freitag, später Abend, Anruf TW: Entweder ich rücke eine „astreine Rezi“ raus – oder er wird den wunderbaren Band „Hell’s Bells“, von der noch viel wunderbareren Frau G. herausgegeben, gnadenlos zerreißen. Ich durchsuche seufzend meine Festplatten und finde eine Rezension von Tran-Nhuts „Das schwarze Pulver von Meister Hou“, die ich dem erpresserischen Papst zumaile.

Samstag, früher Morgen. Beim „Titel-Magazin“ nachgeschaut. Ja, →die Besprechung ist online, TW besitzt große kriminelle Energie und fackelt nicht lange.

Samstag, gegen Mittag: Beim Studium der via Email eingegangenen Bestellungen für das Krimijahrbuch 2008 stürze ich peu à peu in tiefste Depression. Dies hier, schwöre ich beim Leben meiner sechs Kinder, wird mein letzter Eintrag bei watching the detectives sein. Schluss! Ende! Sense! In Zukunft nur noch Serienkillerkrimis für Grenzdebile, Analphabeten und Selbstkasteier schreiben. Von irgendwas muss man ja schließlich leben. Beschließe, ab sofort zynisch zu werden.

Samstag, Nachmittag: Der Verleger mailt und verlangt „die Listen mit den Vorbestellern“, nicht größer als 50 MB, sonst streike sein Mailaccount. Ich maile zurück: „Kein Mensch kauft das KJB für 10 €! Das ist eine psychologische Hemmschwelle, der Übergang vom Ein- zum Zweistelligen gewissermaßen“, er solle doch bitte den Preis auf 9,95 senken, die Kundschaft habe es gerne, wenn man ihr einen Fünfer retourniert, so seien die nun mal. Der Verleger winkt ab. Ich verstehe ihn nicht mehr. Aber wie soll man jemanden verstehen, der in einer Stadt wohnt, die sich dem beständigen Wahn ergibt, eine „Schwebe“-Bahn zu haben, aus der von Zeit zu Zeit Elefanten fallen? Wuppertal ist und bleibt die deutsche LSD-Metropole. Depression hält an.

Samstag, später Abend: Wieder TW. Ab sofort soll ich monatlich wenigstens EINE „saugeile Rezi“ abliefern, sonst... Ich höre nicht mehr genau hin, mir ist alles wurscht. Aber dem Burschen müsste man gelegentlich das Handwerk legen.

Sonntag, ganz früher Morgen: Alptraum gehabt. Frau G., die beste aller Herausgeberinnen, sitzt im alten Badeanzug in der Leipziger Fußgängerzone, den Bettelbecher vor sich und ein Pappschild mit der Aufschrift: „Spende für das KJB. Steuerlich absetzbar.“ Sie wirkt verhärmt. Ich erwache schweißgebadet.

Sonntag, Mittag: Immer noch allertiefste Depression. Die Deutschen haben den Krimi erfunden. Und was darauf gemacht? Sie haben auch den Computer erfunden. Und? Befindet sich das Silicon Valley am Neckar, am Rhein? Ist Bill Gates Deutscher? So sind wir nun einmal. Genial am Start, stümperhaft auf der Strecke, Letzte im Ziel. Deutschland, du bist meiner nicht wert.

Sonntag, früher Abend: Soll ich noch einmal meine Mails abrufen? Ich tue es. Die Depression – sie kommt mir schon vor wie eine immer dagewesene Freundin – nimmt zu, obwohl das eigentlich unmöglich ist. Nichts, nichts, nichts. Krimideutschland schläft weiter, Krimideutschland hat noch nie etwas anderes getan als zu schlafen. Ich beschließe, ins Bett zu gehen.

Sonntag, später Abend: Schnell noch den historischen letzten Eintrag – DEN HIER! – auf den Blog laden, speichern. Morgen früh veröffentlichen und dann – adieu, du unschöne Krimiwelt! Gute Idee für einen Furzkrimi. Ja, so nenne ich die ab sofort: Furzkrimi. In Deutschland lebst du am besten von Fürzen, weil man in Deutschland den Gestank von Fürzen liebt. Steht schon im "Faust", wie überhaupt alles im "Faust" steht, z.B. "Wenn ich zum Krimijahrbuch sage: Verweile doch, du bist so preiswert...". Es ist schlimm. Ich kanns nicht ändern.

Sonntag, noch späterer Abend: Nach der halben Flasche Wodka überkommt mich eine gewisse Kindischkeit, ich lache, ich giggele, ich gackere. „Idiotenblog“, ja, das wäre ein schöner Name. Idiotenblog. Okay, mal drüber nachdenken. Oder lieber gleich Gastrezensent bei krimiblog.de werden? Licht aus, schlafen, alpträumen.

Montag, früher Morgen: Beitrag veröffentlichen, aus dem Netz gehen. Das wars also. Ich fühle mich gut.

dpr

10. März 2008

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