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Pieke zervt gewaltig

pieke.gif

In ihrer beliebten Reihe "Menschen - Orte - Kriminalität" präsentiert Pieke Biermann am 25. April 2008 um 10:27 und 13:27 Uhr einen Menschen und eine geheimnisvolle Organistation:Heinz Jankowiak und die ZERV. Wer ZERV-mäßig endlich mitreden möchte, schalte also, wie alle vier Wochen freitags, RBBinfoRADIO 93,1 ein. Oder überprüfe, ob unter unserem formschönen Logo vielleicht wieder ein kleiner Link verborgen ist.

Die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität war ein Kind der Wende und wurde knapp zehn Jahre alt. Mehr war nicht beabsichtigt. Das meiste, was sie zu ermitteln hatte, war nach dieser Zeit - auch nach zweimaliger Verlängerung – verjährt. Was nicht verjährt, zum Beispiel Mord, wird seitdem von den passenden Fachdienststellen des Landeskriminalamts weiterbearbeitet.
Den einen – Opfern des DDR-Unrechts – erschien die ZERV als zahnloser Tiger, die anderen – Tätern, Profiteuren, Ideologen - beschimpften sie als Vollstreckerin von Siegerjustiz. Der damalige Bundeskanzler Kohl erklärte sie zur “großen nationalen Aufgabe”, sein Innenminister Schäuble mochte dennoch nicht das Bundeskriminalamt damit betrauen. So kam die ZERV nach Berlin – nach dem Tatortprinzip: Die DDR war “von Berlin aus zentralistisch gelenkt” worden.
Ab 1991 wurde sie aufgebaut mit gut 300 Beamten aus der ganzen Republik verteilt über die ganze Stadt. 1994 endlich fand sich ein Ort, an dem alle zusammen Platz hatten, bis die ZERV schließlich Ende 2000 abgewickelt werden konnte: H2 lang und H2 rund – zwei Trakte des legendären Flughafens Tempelhof, der derzeit gerade mal wieder abgewickelt werden soll.
Heinz Jankowiak, Jahrgang 1948, hatte in jungen Jahren mehr Zeit mit Musik (ua. als Pianist beim “Reichskabarett”) als mit Jura verbracht und wurde Kriminalpolizist. Heute ist er Chef des LKA 1 (Delikte am Menschen) und stellvertretender LKA-Leiter. 1995 hatte er das eine der beiden ZERV-Referate übernommen, 1998 wurde er ZERV-Chef und damit bald ihr Abwickler.
Ein Gang durch ein Gebäude mit vielen historischen Schichten.

23. April 2008

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