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Peter Robinson: Piece of my Heart

Es scheint so, als wenn Peter Robinson stillste Gebete erhört hätte. Rätselkrimis der gehobenen Qualitätskategorie sind mittlerweile ziemlich selten geworden. Thriller, psychologisch inspirierte Krimis und literarisch dominierte Bücher haben sich ziemlich breit gemacht auf dem Feld des Krimis. Nicht, dass es bei diesen Defizite bezüglich Qualität und Unterhaltung gäbe, aber ab und an dürfte es dennoch ein stimmiger und überzeugender rätselbetonter Krimi sein.

Auch wenn er regelmässig auf einer der Nominierungslisten großer US-amerikanischer Preise steht, mit dem Subgenre, das er vertritt, scheint auch Robinson, der seine Geschichten gerne tief in der Vergangenheit verwurzelt, ein wenig in Vergessenheit zu geraten, dabei hat er mit „In a Dry Season“ (deutsch: „In einem heißen Sommer“) einen der jüngeren Klassiker des Genres geschrieben.

„Piece of my Heart“ ist da keine Ausnahme. Zwei Erzählstränge sind es, die auf eine raffinierte Art und Weise parallel laufen und langsam zusammenwachsen. Da ist ein Fall aus der Vergangenheit, 1969, Zeit der Musikfestivals, Hippies, Drogen usw. So findet auch ein Festival in Leeds statt. Am nächsten Morgen bleibt auf dem Gelände die Leiche einer jungen Frau zurück. Detective Inspector Stanley Chadwick hat die Aufgabe, den Fall zu lösen. Er kommt nicht ganz zurecht mit der neuen Zeit, die da angebrochen scheint, seine Tochter, 16jährig, verhält sich nicht so, wie er es gerne hätte und die jungen Menschen im Allgemeinen verehren Dinge, die er verabscheut. Mühsam wühlt er sich vor in einem Milieu, das ihm nicht vertraut ist und doch den Schlüssel zum Verständnis des Verbrechens in sich birgt.

Detective Chief Inspector Alan Banks, Robinsons Serienheld dagegen ist ein moderner Cop, zu jung, um 1969 schon dabei gewesen zu sein, aber ein gewisses Verständnis für den Geist, der sich da bildete, kann man ihm, dem stillen Rebell, eigensinnigen Fander und Musikliebhaber nicht absprechen. 2005, eines Abends wird er zu der Leiche eines Mannes gerufen, eines Fremden der sich für zwei Wochen zurückgezogen hatte nach Yorkshire.

Die Klammer, die die beiden Stränge zusammenhält, ist die Musik der späten 60er Jahre. Geschickt mischt Robinson Realität und Fiktion, wahre Details und Mythos und schafft so ein stimmiges Bild der Zeit, der Stimmung, die die damalige Jugend umtrieb und der Bands, die dann später mit dem Attribut „Super“ belegt wurden.

Die beiden Polizisten, so unterschiedlich sie sind, eine gewisse Ähnlichkeit besteht nicht nur zwischen ihnen, sondern auch zwischen den Fällen. Dass diese darüber hinaus in einer Beziehung zueinander stehen, nun ja, das ist natürlich nicht ganz überraschend. Überraschender ist da schon die Art und Weise, in der sie verbunden sind.

„Piece of my Heart“ ist gute Unterhaltung, nicht weniger; für die Zeiten, wo man einfach 'mal ein knackiges Buch lesen mag. Wie gut Robinson arbeitet, sieht man schon an dem Titel, der einen Janis Joplin Klassiker zitiert, darüber hinaus aber auch wörtlich und metaphorisch ins Buch verweist.

Dr. Bernd Kochanowski

Peter Robinson: Piece of my Heart. Harper Prism 2007. 448 Seiten. 5,99 € (noch keine deutsche Übersetzung)

6. Mai 2008

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