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Deutschland - Spanien. Die Krimirezension
Ein Finale, das eines Finales würdig war, weil es die finale Frage, was denn Fußballkrimi sei, final beantwortet hat. Ein genialer Plot – eine geniale Auflösung!
Die Story beginnt recht simpel. Die Abteilung S der Mordkommission verkörpert „die Guten“. Sie können alles – nur keine Fälle lösen. Seit 44 Jahren ohne Fahndungserfolg, obwohl man immer große Hoffnungen in sie gesetzt hat. Ein schlimmer innerer Dämon wütet in ihnen: In ihrer Freizeit bringen sie harmlose landwirtschaftliche Nutztiere um, was den Tierschutzverein so gar erfreut. Dagegen die Abteilung D, „die Schlechten“. Zombies, die mit Splattermethoden jeden Fall klären, mehrköpfige Monster, plattfüßige Giganten planlosen Bolzens. Sie haben keine Dämonen – sie sind selber welche.
Eines Tages ist es passiert. Aus Rationalisierungsgründen muss eine Abteilung der Mordkommission geschlossen werden. Aber welche? Die Antwort liegt auf dem Platz, den die beiden Kontrahenten soeben betreten haben.
Schon die Wahl der Maskottchen spricht Bände. Während sich Abteilung S für den sympathischen Rentner Carlos König mitsamt aparter Gattin entschieden hat, drückt für Abteilung D die mecklenburger Hausfrau und Gelegenheitskanzlerin Angela M. die Daumen. In ihrer Begleitung Lebensabschnittsgefährte Horst, ein ewig nervender ehemaliger Sparkassenangestellter, der dauernd „eine Runde mit dem Riesenrad fahren und eine Riesenportion Popcorn haben“ möchte.
Das Spiel beginnt wie erwartet. Abteilung S behandelt das Tatindiz – einen runden, aus Leder gefertigten Gegenstand – nach den neuesten Erkenntnissen der erkenntnistheoretischen Wissenschaft. Abteilung D hingegen schiebt sich das Teil angewidert zu, grassiert doch seit Wochen eine schlimme Lederallergie in ihren Reihen. Statt dessen versuchen sie es mit Einschüchterung. Ein zufällig am Tatort anwesender Passant wird bedroht und zum Geständnis genötigt, widrigenfalls man ihm seine komische Trillerpfeife in den Hintern schieben werde. Abteilung S bleibt davon unbeeindruckt. Frühstückskommissar Ballack von D greift zum letzten Mittel. Mit einer Rasierklinge ritzt er sich die Haut über der rechten Augenbraue auf und spielt „blutiger Zombie“. Doch auch das bringt die fleißigen Beamten von Abteilung S nicht aus der Ruhe. Sie häufen Indiz auf Indiz, befragen die Zeugen in aller Korrektheit – und werden schließlich nach dem Abpfiff von Herrn König und seiner Gemahlin mit einem höchst hässlichen silbernen Pokal geehrt. Fortan wird nur noch Abteilung S in Fällen von Fußballkriminalität ermitteln, Abteilung D wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst, alle Mitarbeiter werden degradiert und zur Verkehrspolizei versetzt.
Endlich! Nach 44 Jahren hat die Gerechtigkeit gewonnen! Und so soll es doch sein – oder? Die Guten putzen die Schlechten – DAS ist Krimi!
dpr
30. Juni 2008
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