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Klarstellungen
Unvorstellbare Szenen vor deutschen Bahnhofsbuchhandlungen. Verzweifelte Krimifans bedrängen noch verzweifeltere Verkäuferinnen und verlangen nach „wtd – die Krimizeitschrift“. Gibt’s aber nicht. Kein Hochglanz, keine erbauliche Zwischendurchlektüre beim Warten auf die Straßenbahn.
Würde jeder, der bisher die erste Nummer der DIGITALEN Zeitschrift „watching the detectives“ angeklickt, heruntergeladen, gelesen hat, das Heft als Papierversion kaufen – man bräuchte sich um die Zukunft keine Sorge zu machen. Würde aber nicht jeder. Und deshalb bleibt wtd auch weiterhin digital. Um eine Krimizeitschrift an die Kioske zu bringen, bedarf es nämlich mehr als einer löblichen Absicht und einiger – hoffentlich – tragender Texte. Reden wir nicht vom Organisatorischen und Finanziellen, reden wir, weils einfacher ist, von der Krimikultur hierzulande. Die gibt es nicht. Punkt. Es gibt Vereine, es gibt Veranstaltungen, Kultur aber ist etwas anderes.
Ein kleiner Schritt zur Krimikultur, dem „Krimijahrbuch“ an die Seite gestellt: das soll wtd sein. Gottlob steht das Projektchen nicht alleine da. Seit neuestem etwa hat der Kollege Wörtche die Krimiabteilung des „Titel-Magazins“ unter sich, und wer einen Blick auf →die jüngste Ausgabe wagt, der sieht wohl, dass sich auch hier etwas tut.
Aber zurück zu wtd. Die digitale Ausgabe soll nach und nach zu einem Podium ausgebaut werden, auf dem die besten kritischen Kräfte des Landes FÜR GELD ihre Arbeiten ausstellen dürfen. Das Geld soll durch Werbeanzeigen eingespielt werden, ein Unterfangen, das kein Selbstläufer ist und seine Zeit braucht, vielleicht auch gar nicht klappt, wer weiß, aber versuchen kann man das ja mal. Es wäre immerhin ein erster Schritt. Es ist nicht daran gedacht, wtd „kostenpflichtig“ werden zu lassen. Wer immer möchte, kann lesen. Umsonst.
Das haben, wie angedeutet, bisher sehr viele getan. Einige haben es öffentlich kommentiert, andere eine private Mail mit teilweise sehr ausführlichen Anmerkungen an den Herausgeber gerichtet. Nicht alles war positiv, aber doch das meiste. Man hat zurecht das spartanische Layout bemängelt – hier wird im Laufe der Zeit nachgebessert werden. Man hat Interviews vermisst. Auch daran wird gearbeitet. Wie denn überhaupt an allem gearbeitet wird. Im Gegensatz zu einer Printversion, bei der finanzieller Druck kaum Zeit für Entwicklung lässt, können wir es im Digitalen ein wenig gemütlicher angehen. Bislang ist wtd eine Solovorstellung, eine Auslagerung von Texten aus dem Blog. Vielleicht bleibt es das auch, vielleicht entwickelt sich mehr daraus. Nur darum geht es im Moment. Um die MÖGLICHKEIT. Und Ende Juli kommt die zweite Nummer.
dpr
7. Juli 2008
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