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Monströses
Die Vorbereitungen für Ausgabe 3 von wtd – die Zeitschrift haben begonnen. Das Leitthema für die geplante Sammelrezension mehrerer Neuerscheinungen stand ziemlich früh fest: Monströses.
Angeregt wurde es durch die Lektüre von Rex Millers „Fettsack“, dessen titelgebender Protagonist all das verkörpert, was wir uns gemeinhin unter „monströs“ vorstellen. Er ist das Gegenteil von Normalität, alles an ihm erscheint überdimensioniert, die Proportionen sind grotesk. Ein Monster. Aber während ich so las (und es liest sich verdammt gut), kam mir etwas anderes an diesem Roman monströser vor...
Das Monströse nämlich ist relativ. Auch ein Eierdiebstahl kann monströs sein, ein Situation ebenfalls, menschliches Verhalten, die Umwelt... Dies zeigt sich in den neuen Romanen von Hannelore Cayre („Das Meisterstück“) und Raúl Argemí („Chamäleon Cacho“). Auch sie auf ihre spezielle Art monströs.
Und weiter? Rezensionen, natürlich. Silvia Kaffkes „Das rote Licht des Mondes“ hätte sehr gut in die zweite Ausgabe gepasst, was aber leider nicht möglich war. Und Anne Chaplet hat auch ein neues Buch beschrieben, einen bürgerlichen Splatter-Noir auf solider und schnörkelloser Hardboiled-Basis mit dem bezeichnenden Titel „Schrei nach Stille“, und das lässt sich ein „Meisterblogger“, der sich außer Noir nichts Gutes im Krimibereich vorstellen kann, natürlich nicht entgehen. Zumal man nach der Lektüre das Blut schüsselweise aus dem Lesezimmer tragen muss. Zwischenfazit nach 100 Seiten: Ups, Frau Chaplet, was ist denn plötzlich in Sie gefahren...
Ansonsten: Abwarten. Irgendein Thema läuft mir bestimmt noch über den Weg.
dpr
4. August 2008
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