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Kurz & gut: Zoe Beck, Wenn es dämmert

An solider Spannungsliteratur, die nicht vorgibt, etwas anderes zu sein als gute Unterhaltung, herrscht hierzulande durchaus Mangel. Die junge Autorin Zoe Beck könnte in diesem Segment reussieren; alle Voraussetzungen sind jedenfalls vorhanden.

"Wenn es dämmert" spielt in Schottland und erzählt eine vertrackte Geschichte um Mädchenhandel, alte Familiengeheimnisse und neue Obsessionen. Mina Williams, Schriftstellerin, erwacht eines Morgens nackt und offenbar vergewaltigt in einem fremden Haus, dessen Besitzer, ein Golfcrack, nicht mehr erwachen kann, weil er tot ist. Nachbar Cedric, Sohn eines Zeitungsverlegers, bekommt ein Geschenk von Papa: das "Aupair-Mädchen" Pepa, eine minderjährige Rumänin. Auch er sitzt ziemlich schnell in der Patsche, beide sich nun entwickelnden Fälle hängen, natürlich, zusammen. Mina und Cedric machen sich notgedrungen daran, die eigene Haut zu retten und die Verstrickungen aufzudröseln. Verstrickungen, die bis in das Berlin der Nachkriegszeit zurückreichen.

Gut; am Ende sind es vielleicht ein paar Knoten und der eine oder andere Todes- und Zufall zu viel. Die Richtung aber stimmt. Dramaturgisches Geschick und etwas angeknabberte, gut gezeichnete Protagonisten (sie permanent unter Beruhigungsmitteln, er mit reichlich Zwangsneurosen) und unfallfreie Sprache zeigen das Potential der Autorin. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt.

dpr

Zoe Beck: Wenn es dämmert. Bastei Lübbe 2008. 303 Seiten. 7,95 €

10. Oktober 2008

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