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Grundsätzliches zum Krimijahrbuch

Die erste Besprechung des Krimijahrbuchs 2009 findet sich in der Rezensionsabteilung der →Berliner Krimibuchhandlung Hammett. Sie ist, was uns freut, im Grundtenor sehr wohlwollend, nennt aber – was uns ebenfalls freut – einige als Anregungen formulierte Kritikpunkte.

Doch, wir brauchen die kritische Mitarbeit von Rezensenten und anderen Lesern, denn das Zusammenstellen der Themen des Krimijahrbuches ist stets ein Willkürakt der Herausgeber, ein Willkürakt, der sich auf ebendiese Reaktionen der "Zielgruppe" stützt. Genau das bringt uns aber naturgemäß immer wieder in Konflikte. Würden wir nämlich all das, was VERMISST wird, berücksichtigen, nähme das KJB leicht einen Umfang von 600 – 800 Seiten an. Würden wir andererseits all das, was einzelne Kritiker und Leser ENTBEHREN zu können glauben, aus dem KJB entfernen – bliebe bestenfalls eine fünfzigseitige Broschüre übrig.

Die Anregungen von Heinz Scheffelmeier in der erwähnten Hammett-Rezension mögen dies illustrieren. Vermisst werden dort z.B. "eine - wie auch immer geartete – Jahresbibliographie der deutschen Kriminalliteratur" und "Thomas Przybilkas ausführliche Tipps zur Sekundärliteratur" ebenso wie ein "Überblick über die amerikanische, britische oder auch französische Kriminalliteratur". Abgesehen vom "eigentlich unentbehrlichen Blick auf Film und Fernsehen". Das sind, übern Daumen, ca. 200 Seiten, wenn wirs vernünftig und ausführlich machen würden und wäre damit für die einen zu lang und für die anderen immer noch zu knapp, denn allein ein Überblick über die amerikanische Kriminalliteratur könnte, zumal dann, wenn man wie gefordert auch noch die Krimipreise mit einbezöge, leicht die 50-Seiten-Marke überschreiten.

Nun wäre das theoretisch alles machbar. Etwa dadurch, dass man dann eben andere Themen herauskegelte oder dem Publikum ein nun wirklich ziegelsteinartiges Buch zumutete – zum entsprechend saftigen Preis. Ganz abgesehen von der Arbeit für die Herausgeber und Beiträger (die sich erst einmal finden müßten). Eine Arbeit, die, nebenbei gesagt, so gut wie unentgeltlich geleistet wird. Um jedem Beiträger auch nur 10 € Honorar für eine Seite zu zahlen (lächerlich wenig), müsste sich das Jahrbuch über 3000 Mal verkaufen. Völlig unrealistisch.

Denn kommen wir zum nächsten wunden Punkt: der Zielgruppe oder genauer: den Zielgruppen. Wir stehen hier vor einem weiteren unlösbaren Problem: Machen wir unser KJB für den "harten Kern", der ausführliche, meinetwegen auch wissenschaftlich relevante Texte lesen möchte – oder für ein "breiteres Publikum", das zwar ebenfalls auf fundierte Information aus ist, diese aber leicht lesbar, gelegentlich auch in feuilletonistischer, gar locker-humoristischer Art serviert haben möchte? Aus meiner Erfahrung als nunmehr viermaliger Herausgeber kann ich sagen: Wie man es macht, macht man es falsch. Ich bekomme etwa genau so viele Reaktionen a la "Das ist nur für ein Grüppchen Auserwählter" wie solche nach dem Motto "Das ist zu populistisch". Wir halten uns daher an die gute alte Maxime, dass sowohl wissenschaftliche als auch eher feuilletonistische Texte in ein Krimijahrbuch gehören. Hauptsache, sie sind lesenswert und informativ.

Man sieht: Als Herausgeber eines KJB hat man es nicht leicht, und leicht soll es ja auch nicht sein, kann es nicht sein. Gerade deshalb aber sind wir auf die Reaktionen unserer Leserschaft angewiesen, ohne indes dafür garantieren zu können, jeden Punkt in unserer künftigen Konzeption zu berücksichtigen. Das geht – siehe oben – leider nicht. Zitieren wir noch einmal aus dem Hammett-Rezension:

"Fazit: Auch das Krimijahrbuch 2009 bleibt insgesamt aufschlussreich, lesenswert und „gut“. Und seine grundsätzliche Leistung zur Beförderung und Orientierung in der Kriminalliteratur ist kaum gering zu schätzen. Dennoch kann das aber alles noch viel besser werden!"

Genau so ist es. Ohne das Krimijahrbuch, das sage ich jetzt mal mit aller erlaubten Arroganz, wäre eine "Krimiszene" hierzulande noch weniger vorhanden als sie es trotz Krimijahrbuch schon ist. Wir werden auch nie das optimale Krimijahrbuch zusammenstellen können. Aber, hoffentlich, jedes Jahr ein besseres. Was wir dazu brauchen: Weiterhin idealistisch selbstausbeuterische Herausgeber und Beiträger, wohlwollende und bei Bedarf uns scheltende Kritiker, vor allem aber: Leser. Das Ganze immer auch in der weiblichen Form.

dpr

1. April 2009

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