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Krimileseleben –1-

Welche Krimis lesen Sie eigentlich – und warum – und wie kommen Sie dran – und was wünschen Sie sich noch von der "Szene" und was ganz bestimmt nicht? Fragen zum Krimileseleben, und einige Menschen waren so freundlich, mir darauf zu antworten. Manche taten es kurz und bündig, andere ausführlicher. Beginnen wir heute mit den ersten beiden Interviews. Ein erstes Päckchen werden wir dann auch ins →Krimikultur: Archiv einstellen.

Albrecht Thiel ist 57, promoviert und – einen dunklen Punkt hat jeder – Mitglied von Arminia Bielefeld. Ines Dietzsch schreibt gelegentlich auch Rezensionen für die Krimicouch.

Albrecht Thiel

Dpr: Können Sie kurz Ihre Krimileserkarriere schildern? Und wie hat sich Ihre Einstellung zur Kriminalliteratur im Laufe dieser Entwicklung - möglicherweise - gewandelt?

Albrecht Thiel: Am Anfang: Simenon + amerikanische Klassik, vor allem das Ehepaar Mc Donald / Millar. Nein, das war schon nicht mehr am Anfang, da war (wie wohl üblich) viel Herumgelese mal englisch (z.B. Rendell), mal international(schnuppernd, was gerade günstig angeboten wurde), mal auch deutsch (regional. Immer wieder mal Patricia Highsmith, immer wieder mal Simenon, Dick Francis.
Das war alles Diogenes-lastig: Francis + Simenon bei allen Unterschieden darin gemeinsam, dass die Welt zwar korrupt, aber insgesamt doch in Ordnung war.
Ich gebe zu: Mankell + Leon. Dabei ist Mankell zwar arg sozialdemokratisch-gefühlig, aber doch ein Erzähler, der einen gewissen drive entwickelt.
Besonderheit: Ich lese viele Krimis vor, dabei merkt man sprachliche Holprigkeit mehr als beim stillen Lesen. Schwierigkeiten gibt es dagegen, wenn die Handlung komplizierter wird (Spionage)

Entwicklung: Ambler (aber der war eigentlich fast immer schon da), Paprotta, Arne Dahl, Gary Disher, Jason Starr (für mich die Proll-Variante von Highsmith),Fred Vargas,Declan Hughes (Mc Donald revisited),Markaris. Insgesamt wenig hard-boiled, Stuart McBride. Aktuell: Immer noch gute Erzähler (dann darf die Thematik auch schon mal traditionell sein): Robert Littell, Rönkä
Ganz, ganz viel Vorsortieren durch das Internet: Thomas Wörtche, auch dpr, alligator, früher mehr krimicouch.

Dpr: Bleiben wir beim "Vorsortieren". Genügt Ihnen das Angebot im Internet? Wenn nicht: Was fehlt Ihrer Meinung nach?

A.T.: Was ich gut fände: Eine Kurz-Bewertung von interessanten Titeln, die neu herauskommen. Krimi-Couch ist zu kommerziell oder publikumsgeschmacks-orientiert. Bei TW kann ich mir meist ein Bild und eine Meinung machen - aber warum er die besprochenen Titel und keine anderen wählt, ist mir nicht ersichtlich. Welche kompetenten Leute (von Togo bis dpr gibt's ja einige) etwas kurz und knapp z.B. über den neuen Disher, Makaris, Dahl? Qualifizierte Lese- oder Nichtlesehilfe sozusagen.

Dpr: Wie würden Sie sich als Leser einschätzen? Gehören Sie eher zu denen, die ihre "Genreerwartungen" erfüllt sehen wollen oder freuen Sie sich, überrascht zu werden, weil sich z.B. einige Dinge nicht so wie üblich entwickeln (Täter wird nicht gefasst / bestraft / manches bleibt unklar).

A.T.:Letzteres: Das Spannende ist das Spiel mit dem Genre. Z.B. McBride, der eben keinen Serial-Thriller-Horror-Schlachthof-Thriller schreibt. Oder Fred Vargas. Oder klassisch P. Highsmith.

Dpr: Es fällt auf, dass bei Ihren Vorlieben wenig Deutschsprachiges zu finden ist. Wie schätzen Sie die Qualität deutschsprachiger Krimis ein?

A.T.: Besser als früher. Warum habe ich Christine Lehmann vergessen? Wohl weil es kurz sein sollte.Monika Geier. Oder Lucie Klassen. Hm, alles Frauen - klar, und Astrid Paprotta habe ich schon genannt.Norbert Horst und Friedrich Ani - so schlecht sind wir doch gar nicht aufgestellt.


Ines Dietzsch

dpr: Wie würdest du dich auf der Krimileserinnenskala einordnen? Willst du lediglich spannend unterhalten werden, interessieren dich die Abgründe des Verbrechens, der Gesellschaft und hältst du am Ende Krimis gar für ernsthafte Literatur? Oder verbindet dich ganz etwas anderes mit dem Genre?

Ines Dietzsch: Mich interessieren die Menschen, die guten wie die bösen, ihr Verhalten in Extremsituationen. Bestenfalls werde ich dabei spannend unterhalten.

dpr: Kannst du uns kurz schildern, wie du zum Krimi gekommen bist?

I.D.: Im zarten Alter von 12 brachte eine Freundin zum Zelten ein paar Büchlein aus der DIE-Reihe mit (Delikte-Indizien-Ermittlungen, in der DDR erschienene Krimi-Reihe). Das war meine erste Begegnung mit dem Krimi und das Genre hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

dpr: Wie bist du - als DDR-Bürgerin? - an deinen Stoff gekommen? Eher nach dem
Zufallsprinzip oder gab es Kriterien / Informationsmöglichkeiten (Rezensionen u.ä.)?

I.D.: Absolutes Zufallsprinzip. Da wurde gelesen, was das Angebot hergab. Autoren aus dem Ostblock neben Edgar Wallace, Arthur Conan Doyle, Georges Simenon …

dpr: Wie informierst du dich, welche Titel aus der Fülle des Angebots für dich interessant sein könnten?

I.D.: Ausschließlich über das Internet. Ich stöbere bei vielen Krimiseiten im Netz herum (Krimi-Couch, WTD, Krimilady, Alligator …) und werde fündig.

17. Juli 2009

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