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Äpfel, Birnen, Vielfruchtmarmelade

"Ein wenig verblüffend mutet die Nominierung des Krimiautors Wolf Haas ("Der Brenner und der liebe Gott") an – hier liegt der häufig bemühte Apfel-und-Birnen-Vergleich nahe."

Es geht um die "Longlist" zum Deutschen Buchpreis, die bildungsbürgerliche Variante von "Deutschland sucht den Superstar", eine scheinbar unfehlbare Methode, pünktlich zur Buchmesse die Kassen klingeln zu lassen, das Feuilleton kritisch zu beleben und bei Parties intellektuell höherstehender Schichten für Gesprächsstoff zu sorgen.

Auf dieser "Longlist" (die dann irgendwann dramaturgisch geschickt zur "Shortlist" eingedampft wird) findet sich auch der "Exot" Wolf Haas wieder, ein Krimiautor, und das, so der →TAZ-Autor, sei "verblüffend". Nun geht es gar nicht um Wolf Haas, obwohl einem schon Angst und Bange werden darf, sieht man den Rezensionen seines Brenner-Comebacks entgegen. Luschdiger war Krimi selten. Nur: Äpfel und Birnen? Bewertet werden Romane. Die einen sind eher philosophisch, die anderen tendieren in Richtung Gesellschaftsanalyse, in diesen kommt Sprache schmucklos auf den Punkt, in jenen ziseliert sie sich bis in abgelegene Absonderlichkeiten. Manche gehen als Liebesromane durch – und manche halt als Krimi. Mag sein, dass man das nicht vergleichen kann. Aber dann kann man überhaupt nichts mehr vergleichen. Nicht einmal mehr Wolf Haas mit Carl Hiaasen oder Norbert Horst mit Horst Eckert. Darauf einen langen Drink.

dpr

21. August 2009

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