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Hallo? Was mach ich hier eigentlich?

Jubiläum steht vor der Tür. Am 7. Februar 2005 gab es hier zum ersten Mal Nachrichten von den beobachteten Detektiven, nur ein gewisser Hamburger Krimiblog war schneller (Glückwunsch in die Diaspora). Keine Spur von Plan, keine Idee von Wollen und Werden. Und jetzt schau ich in die Statistik, die mir – wenn sie nicht lügt, aber irgendwie tun sie das alle – erzählt, hier seien 2288 Einträge und 8811 Kommentare geschrieben worden. Schön. Und wozu das alles?

Okay; seit ich diesen Blog führe, habe ich eine Menge Leute kennengelernt, nette und weniger nette. Ein paar hundert Rezensionen sind entstanden, viel Theoretisches, viel Triviales, manches Neckische, manches Ernste; es hat Streitereien gegeben und Zustimmung, Ablehnung und interessante Diskussionen; es haben sich Projekte entwickelt und sind wieder in sich zusammengefallen; ich warf ein-, zweimal drauf und dran, diesen Blog aufzugeben; hab viel geflucht, mich aber noch mehr gefreut, hab erfahren, was in Deutschland "Krimikultur" heißt und bin immer noch erschüttert; muss mich mit Kommentaren zurückhalten, weil mir sonst ein paar Dutzend Übelnehmer auf der Pelle hocken. Was ich hier eigentlich mache, weiß ich nicht. Was ich hier noch machen soll, auch nicht, aber das war schon immer so. Also rechnet nicht damit, dass das noch fünf Jahre so weitergeht. Rechnet aber auch nicht damit, dass ich in zehn Jahren hier weg bin.

Habe ich noch irgendwelche Ambitionen? Sicher. Aber die haben nichts mit diesem Blog zu tun. In den letzten Jahren ist mir das Bloggen zur Gewohnheit geworden, wtd Teil einer eingespielten Partnerschaft mit gelegentlichen Überraschungen. Solide Beziehung mit gelegentlichem Thrill, ist ja nicht das schlechteste.

Und ihr? Warum schaut ihr hier rein? Um euch zu erfreuen oder zu ärgern? Ich geb's ja zu: Ich mag beides. Wenn ihr euch freut oder wenn ihr euch ärgert. Wenn ihr was versteht oder wenn ihr was nicht versteht. Daran wird sich auch nichts ändern. Und nichts wird so bleiben wie es war.

2289. Eintrag

dpr

22. Januar 2010

- - -

Bisherige Kommentare (6)

Ja, das ist schon in Ordnung so, und außerdem geht es uns allen doch so, dass wir mal aufhören wollen und es dann doch nicht tun. Ich gestehe aber, dass mir was fehlen würde, wenn du wirklich aufhörtest. Denn ich guck meistens hier rein, um mich zu freuen. Dass ich mich dann auch manchmal ärger, gehört zu einer Beziehung dazu.

Mach also gefälligst die nächsten zehn Jahre weiter, bitte.

von: Georg am 22.01.10 11:21

*

Wenn ich jetzt hier kommentiere, heißt es wieder "die üblichen Verdächtigen". Aber wenn wir nicht bloggen, wer soll's denn sonst machen?

Lass Dir bloß nicht einfallen, hier aufzuhören. Pausen, Sinnkrisen, Verzweiflung - die gehören dazu. Als wandelnde hysterische Krise weiß ich, wovon ich rede (nein, nicht frech werden, dpr!). Kurz: Ich bin geradezu prädestiniert, ein Blogger zu sein. Sollte sich das ändern, erschieße ich mich.

In irgendeinem Blog habe ich mal einen sehr klugen Text über die Relevanz des Bloggens gelesen. Finde ich nur gerade nicht. Hab's vergessen.

In diesem Sinne
Blog'n'Roll
Ludger
*gratulieren tue ich aber erst, wenn es soweit ist, von wegen Unglück und sieben Jahre schlechen Sex und so...

von: Ludger am 22.01.10 12:26

*

Glückwunsch!
(Aber erst, wenn der Tag erreicht ist)

Henny

von: Henny am 22.01.10 13:03

*

Was mir ohne wtd fehlen würde, weiß ich natürlich erst, seit ich dieses Blog kenne. Das Schlimme ist nur: Jetzt weiß ich es - und muss unumwunden gestehen, dass ich ein wtd-Junkie bin. Hier hereinzuschauen, gehört zur täglichen Routine wie der erste Kaffee im Stehen - geht einfach nicht ohne. Warum das so ist? Vielleicht, weil es nicht so viele Orte in den Weiten des digitalen Universums gibt, wo man sich geistig gut aufgehoben fühlt, oft sehr gut unterhalten wird, immer wieder was dazulernt - und nicht selten auch mal herzhaft lachen kann! Deshalb, lieber dpr: Bitte, bitte weitermachen!
Ulrich

von: Ulrich am 22.01.10 19:59

*

Danke, Leute. Aber ich hör sofort auf, wenn ich das Gefühl habe, zum anachronistischen KritiClown zu werden, der gerade sein Proseminar-Vokabular abstaubt und seine einzige These immer wieder an sämtliche Kirchentüren nagelt. Rolle ist ja auch schon besetzt...

bye
dpr

von: dpr am 23.01.10 10:27

*

Nagel du ruhig weiter.

von: Martin am 23.01.10 10:53

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