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• Kle: ach. Dann hat ja das Gratisangebot ab morgen auch keinen Sinn mehr, wäre schofelig danach zu fragen, (mehr...)
• Ria: Auch wenn du nächstes Jahr die Krimikritik-Diktatorenschaft nicht an dich reißen kannst, weil da der (mehr...)
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• dpr: Hm, Ria, das ist jetzt aber arg feuilletonistisch... Sollten wir den bösen Bubis nicht Fingerchen ma (mehr...)
• Ria: Wir machen Folgendes: Ein Buch, in dem wir messerscharf nachweisen, dass die Feuilletonisten uns gei (mehr...)


Hat alles ein Ende?

Die Musikzeitschrift "Spex" rezensiert nicht mehr und schon raunt man vom →"Ende der Musikkritik" und warum es vielleicht doch noch nicht erreicht sei. Und die Krimikritik? Überholt? Nur noch Spielplatz für Egoshooter, während sich der Normalleser mit dem üblichen "Die Geschmäcker sind eh verschieden" abwendet? Ja, ist interessant, mal drüber nachzudenken. Und manche Krimis entziehen sich der Kritik von vornherein, weil sie, sagen wir es direkt, zumindest Sätze enthalten, die mit "Literatur" in einem andeutungsweise künstlerischen Sinn nichts mehr zu tun haben.

"Von Vater hatte sie sich nicht verabschieden können, was wehtat wie eine offene Wunde. (...) Vielleicht weil sie ihren Vater nie geliebt hatte.(...) Und Caroline war in diesem Bermudadreieck aus Vater und Söhnen verschwunden."

Um nur mal einen kurzen schmerzhaften Blick auf Seite 95 von Inge Löhnigs "In weisser Stille" zu werfen. Und sich zu fragen, ob es nicht ein Segen für schreibende Menschen wäre, ein automatisches Warnsystem schlage ihnen sofort den Griffel aus der Hand, sobald sie sich anschicken, solche Nullsätze zu schreiben. Wie soll man das kritisieren? Ich weiss es nicht, ich kann es nicht. Vielleicht ist die übliche Krimikritik tatsächlich überholt, vielleicht liegt das weder an den Kritikern noch an den Lesern, sondern an der Belanglosigkeit dessen, was beiden Seiten aufgetischt wird und daran, dass es dem Gros der Kritiker und dem Gros der Leser ziemlich schnuppe ist. Vielleicht bewegt sich (Kriminal-)Literatur tatsächlich außerhalb der Örtlichkeiten, in die Literatur eindringen sollte, vielleicht ist sie Durchs-Fernseh-Zappen für Leute, die lieber lesen, aber eigentlich auch nur zappen wollen. Nun ja. Das sind betrübliche Aussichten.

30. März 2010

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