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Haasschmarrengeknödel
„Hannibal Lecter Scheißdreck dagegen, sagen sie. (...) Nein, was ich eigentlich sagen wollte, wir müssen ihn halt jetzt bewachen, den Küstner. Das ist sein Name. (...) Und er macht einen Zirkus, das kann man gar nicht erzählen. (...) Ein Weichei sondergleichen praktisch.“
Na? Juckt’s im Gedächtnis? Erste Krimikochstunde, ne? Als die Dozentin den leckeren Wiener Kaiserschmarren, also den Wolf Haas gekocht hat und der hat sauber geschmeckt? Ich weiß ja nicht, was so ein Appetithappen in der dtv-Vorschau hergibt, also aussagemäßig, aber mich hat die Seite „Leseprobe“ von Rita Falks „Schweinskopf Al Dente“ doch schwer an den Haas erinnert, den Kaiserschmarren sozusagen und das ist wirklich was Feines, wenn man die Zutaten hat, alles frisch, und wenn man kochen kann. Ich meine, man muss nicht kochen können, geht auch anders, siehe oben. Dann ist es halt Kaiserschmarren aus der Lidl-Tiefkühltruhe und Haltbarkeitsdatum abgelaufen und Kühlkette unterbrochen und an der Kasse patscht das Kassiererinnenhändchen irrtümlich drauf und im Einkaufskorb liegt es dann auch noch unter dem Sack mit den fünf Kilo festkochenden Kartoffeln. Aber daheim rufen alle „Lecker!“ und „Schmeckt!“
Nein, das ist kein Plagiat, Plagiat geht anders, da können Sie im Bundestag fragen wen Sie wollen. Das ist nur nachgekocht und an den Zutaten hat’s gefehlt und überhaupt. Nur, wenn’s trotzdem schmeckt? „Rita Falk“ und „Wolf Haas“, wenn man das zusammen googelt, kommt man irgendwann auf die dtv-Seite, weil den Haas haben sie dort auch im Programm, das ist dann wie Gourmettempel und Pommesbude, alles unter einem Dach und aus einer Hand. Sollte man sich ein Vorbild dran nehmen, vielleicht mit einem „Derekraymondsülzehaschee“:
„Hui, wie ich die Tote da hab liegen sehen, ich meine, die sah aus wie die Puppe von unserer Vanessa, nachdem der Schäferhund vom Nachbarin sie endlich wieder aus dem Gebiss gelassen hat, also da ist mir blümerant geworden und ich hab gedacht: Holla, das bin ja ich! Und gleich zwickts mich und ich bin furchtbar traurig und wütend geworden.“
Ja, ja, spielt dann auch im Allgäu.
dpr
19. Mai 2011
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