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• Peter J. Kraus: Lieber dpr, ohne dich läge das Ding noch immer in der Schublade und Conte hätte einen amerikanischen (mehr...)
• dpr: Ja, stimmt. Ein desillusionierender Nachlass. Aber so ist das nun mal im Kommunikationszeitalter. Da (mehr...)
• Mimi: Auf jeden Fall war dieser Charmeur Bitburger dann wohl doch der Frauenfeind, als dessen Gegenteil er (mehr...)


01-09-2010

Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus

hunkeler.jpgEin Krimi, in dem über Sophokles und Adorno räsonniert wird, kann nur bei Diogenes erscheinen, erspart es doch Patricia Highsmith und Georges Simenon, den Friedhof zu wechseln, wenn sie sich in ihren Gräbern wälzen. Eine Art Bildungsbürgerkrimi ist das, überraschenderweise, denn vielleicht hatte man geglaubt, der sei nur eine Schimäre, es gebe ihn gar nicht. Aber es gibt ihn wie etwa die Menschen, die ihre Kinder nicht mit "Unterprivilegierten" allzu lange die Schulbänke drücken lassen wollen, liberal-asoziales Pack eben, doch pardon: Das passt jetzt nicht zu Hansjörg Schneiders "Hunkeler"-Roman, das ist eine spontane Assoziation des Kritikers, der die Gemüter durch die Versicherung zu beruhigen versucht, dass sie in "Hunkeler und die Augen des Ödipus" kein bisschen in Gefahr schweben werden, irgend etwas assoziieren zu müssen.

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29-08-2010

Australische Blogschelte

"Challis sinnierte eine Weile über die Idee von Blogs nach, vor allem in Dirk Roes Fall. Es schien ganz so, als hätten Privatsphäre, Würde und Zurückhaltung für die Cyberspace-Generation keinerlei Bedeutung mehr. Man konnte meinen, dass es heute vollkommen in Ordnung war, jeden halb ausgegorenen, langweiligen oder bösartigen Gedanken, jedes Gefühl, jeden verletzten Stolz hinauszuposaunen." ( Garry Disher, "Rostmond", Unionsverlag 2010, S. 67/68)

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24-08-2010

Sozialer Profit

Deutschland verarmt. Woran liegt das? An der Globalisierung! Weil Asiaten und Afrikaner sich nicht entblöden, für einen Sack Reis oder Maniok zu arbeiten, müssen wir es auch! Das ist doof, aber nicht zu ändern. Nicht zu ändern? Doch! Durch unternehmerische Mildtätigkeit! Man nehme nur den Saarbrücker Conte Verlag und sich an diesem ein Beispiel.

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23-08-2010

Schlachteplatte 01.10

(Im Hause Wutschel hat man sich einer alten ländlichen Tradition erinnert, der Hausschlachtung. Wo aber früher Nutztiere unters Messer kamen und lecker Wellfleisch, Blut- und Leberwurst etc. hergeben mussten, zerlegt Hausherrin Anna Veronica Wutschel ab sofort süße kleine Krimis in handlich-appetitlich-krimikritische Portionshappen. Deftig, naturbelassen, wohlschmeckend.)

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18-08-2010

Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

Beginnen wir mit einer Falschmeldung: Der Afrikakrimi boomt. Oje. Natürlich nicht. Was fröhlich hypt, ist der Südafrikakrimi und auch das ist wohl schon passé, nachdem es sich fußball- und trötenmäßig ausgehypt hat. Und Afrikakrimi? Nun ja. Der moderne Kriminalroman, wie man ihn allerorten mehr oder weniger routiniert runterschreibt. Also kein Afrikakrimi. Dafür, wenigstens in kleinen Dosen gereicht, eine Art Abkehr vom amerikanisch-europäisch geprägten Ratiokrimi. Nach Vamba Sherifs →"Geheimauftrag in Wologizi" jetzt Nii Parkes mit "Die Spur des Blenenfressers".

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16-08-2010

Die verwischte Deutlichkeit

parkes.jpgAndrea Bajanis "Mit herzlichen Grüßen" oder "Die Spur des Bienenfressers" von Nii Parkes: eines der beiden Bücher, die ich gerade lese, ist ein Krimi, aber welches? Das eine ist wie ein Krimi aufgebaut und dennoch... das andere ist dezidiert KEIN Krimi und dennoch...

Also wieder die alte Suche nach der Definition von "Krimi"? Was ja gemeinhin so lustig ist wie Einsteins Suche nach der Weltformel, bei der man aber leider nicht weiß, was die Gravitation in dem ganzen schönen System soll. Dabei kann man nur ermuntern, sich dem Definieren von "Krimi" zu widmen. Nicht weil am Ende so etwas wie eine "Definition" stehen könnte, sondern weil durch das Definieren selbst eine Definition illusorisch wird.

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12-08-2010

3 Minuten noir

Man muss nicht wie Derek Raymond die Gesellschaft für einen Zustand halten, der nur im Schreibmodus des noir sichtbar wird. Ein Röntgengerät ist er durchaus, denn noir erlaubt einen Blick durch das Fleisch auf die Knochen unseres Zusammenlebens und seiner Regeln. Nur: Ein Skelett ist ein Skelett, und das agiert höchstens in Gruselfilmen als zusammenhängend Menschliches. Ansonsten ist es nichts weiter als ein Haufen Knochen, ohne Muskeln und Sehnen, ohne Fleisch und Fett die Andeutung von Form.

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10-08-2010

10 Themen, über die zu schreiben sich nicht lohnt

Mann, über was ist hier in den letzten Jahren nicht alles geschrieben worden! Manchmal wolkig, manchmal heiter, erschöpfend oder en passant, mit anschließender Prügel für den Autor oder nicht. Aber manche Themen sind inzwischen so was von durch, dass es an der Zeit ist, sie endgültig kurz und bündig abzuschließen. Keine Diskussionen mehr, höchstens noch das eine oder andere Späßlein drüber. Hier die Worstlist nicht nur für diesen Monat. Freuen wir uns statt dessen auf neue Themen wie "Welche Farben bevorzugen Krimiautoren bei ihren Unterhosen?"

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09-08-2010

Robert B. Parker: Alte Wunden

parker.jpgEin neuer Auftrag für Spenser (na ja, im Original von 2003) und die alten Reflexe. Nichts zu bemängeln, Kriminalliteratur auf bestem Unterhaltungsniveau, gute Bekannte, die tun, was sie schon immer getan haben. Ein Banküberfall von 1974, bei dem eine scheinbar Unbeteiligte erschossen wurde, sorgt diesmal für "alte Wunden", als die Tochter der Getöteten Spenser um Aufklärung bittet. Die Aktion war von einer "studentischen Aktionsgruppe" durchgeführt worden und rasch zeigt sich, dass alte Wunden, wenn sie aufbrechen, schnell zu neuen führen können.

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06-08-2010

Wolfgang Bitburger rests in pieces

Wolfgang Bitburger, der Doyen der deutschen Krimikritik, ist tot. Der bei Kollegen wie Autoren wegen seiner stets kenntnisreichen und ausgewogenen Rezensionen gleichermaßen geschätzte Bitburger verstarb gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, den er bereits im Frühjahr während der Tagung "Krimikritik – Fluch oder Segen oder beides?" in Bad Krotzingen erlitten hatte. "Wir verlieren einen Gentleman der liebevollen Krimianalyse", heisst es in einem Nachruf des "Itzehoer Volksboten", für den Bitburger ebenso schrieb wie für andere Massenmedien.

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05-08-2010

Detektei Geheimnislos

Die Detektei Geheimnislos hat ihr kleines Büro im Hinterhof der Literatur. Kein Firmenschild, keine Annoncen, das Mobiliar schäbig, der Detektiv mit der ausgebeulten Polsterung seines Sessels verwachsen, Kriminalromane lesend. Sie langweilen ihn, er wartet.

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03-08-2010

The fastest couch ever

Kaum geschrieben, schon veröffentlicht. Etwas zu →Deutschkrimis auf der Couch, in Verlängerung des vorangegangenen Eintrags.

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Problem gelöst

Grummeln bei FACEBOOK. Steht doch auf der neuen Krimiwelt-Bestenliste mal wieder nur ein deutscher Titel, noch dazu auf hinteren Plätzen. Ein unhaltbarer Zustand, finden die AutorInnen, man erfährt erstaunt, selbst die Verlage hätten sich schon darüber "beschwert", ohne Erfolg allerdings. Wer ist dran schuld? Die Kritiker. Und überhaupt.

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26-07-2010

Rückständige Zeitgenossen

Es ist unglaublich. Jetzt, wo es quasi amtlich ist, dass man sich für Arthur Conan Doyle und sein mediokres Geschöpf Sherlock Holmes nicht mehr zu interessieren braucht, →protestieren gestandene Autoren wie Julian Barnes oder Ian Rankin oder Stephen Fry gegen den Zerfall des Landhauses des alten und überschätzten Meisters. Ja sakra, wo leben die eigentlich? Warum nehmen diese Ignoranten einfach keine Notiz von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen? Es ist manchmal wirklich traurig, in welch rückständigen Zeiten man leben muss.

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08-07-2010

Eifel in der taz

Eine ganze Seite Eifelkrimi in der →taz? Na ja, nicht wirklich. Jacques Berndorf hat seinen neuen Roman "Die Nürburg-Papiere" in der Mainzer Staatskanzlei vom Ministerpräsidenten persönlich vorstellen lassen, der wiederum ächzt unter der tatsächlichen "Nürburg-Affäre", die das Buch thematisiert, Krimiautoren schreiben häufig unter Pseudonym, weil sie früher mal Pornos geschrieben haben, in den meisten Krimis kommt der Ausdruck "nicht wirklich" vor, so der Autor Helmut Höge, und eigentlich verfehlt Berndorf sein Thema, aber wieso eigentlich, das erfahren wir nicht, über das ganze Buch erfahren wir eigentlich nichts und so könnte man behaupten, Höge habe irgendwie sein Thema verfehlt oder auch nicht, wenn das Thema die "Nürburg-Affäre" war und nicht die "Nürburg-Papiere", genaueres weiß man nicht wirklich, das aber ganz bestimmt.

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05-07-2010

Suite Noire

Mit vier Bändchen startet der Distel Literaturverlag seine Übersetzungen der französischen Buchreihe "Suite Noire". Herausgegeben wird sie seit 2006 vom einschlägig bekannten Jean-Bernard Pouy, 36 Titel sind es bisher, acht davon 2008/2009 vom französischen Sender France 2 für das Fernsehen adaptiert. Eine besondere Reihe, inhaltlich wie thematisch stark reglementiert, kein Band hat mehr als 100 Seiten, jeder ist eine Hommage an einen ganz bestimmten Titel der berühmten "Serie Noire", die seit 1945 bei Gallimard erscheint mit einer Ausnahme: Didier Daenninckx' "On achève bien les chevaux", das die "Suite Noire" eröffnet, ehrt Horace McCoys "They shoot horses, don't they?" ("Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss") von 1935, das nicht in die "Serie Noire" Eingang gefunden hat. Weitere Informationen und die Liste der bislang erschienenen Titel findet man →hier.

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28-06-2010

Verbrechensbekämpfung

Und wieder redet jeder vom absoluten Beweis. Von der elektronischen Hochrüstung, der lückenlosen Videoüberwachung, der totalen Kontrolle. Ein Ball kracht gegen die Unterkante der Latte, springt zurück und kommt hinter der Torlinie auf. Kein Tor. Also Fehlentscheidung. Ein Verbrechen, das nicht geahndet wird.

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25-06-2010

Peinlich plappernde Päpste

Man kennt das ja mit den Päpsten. Eine Zeitlang schaut man zu ihnen auf, wenn sie sich in vollem Wichs mit dem Papamobil durch die Gemeinde kutschieren lassen. Irgend wann aber erkennt selbst der Gutgläubigste, dass diese Päpste in Wirklichkeit doch nur Vorsitzende obskurer Organisationen mit bisweilen ekligem Personal sind.

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18-06-2010

Rezi andernorts

Okay, im Fussball klappts grad nicht so gut in Spanien, aber anständige Kriminalromane schreiben sie schon. Domingo Villar etwa, lässt sich →hier nachlesen.

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17-06-2010

Endlose Geschichten

Manche Bücher sind wie manche Menschen. Man hört ihnen gerne zu, sie erzählen nicht brillant, aber durchaus flüssig, was sie erzählen hat Unterhaltungswert und man weiss, wenn sie aufhören zu erzählen, dann ist das Erzählte auch schon längst im großen Häcksler von Erinnern und Vergessen verschwunden.

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09-06-2010

Historisches und Historisches

...habe ich die Ehre anzuzeigen dawelche von mir gemachte Gedanken, historische Krimis betreffend. Und zwar auf der hochwürdigen →Krimicouch. Zur besonderen Beachtung empfohlen und empfehle mich jetzt selber, habe die Ehre.

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07-06-2010

Krimilexikon -A-

Eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Krimikultur legt endlich erste Ergebnisse vor. Das von der Arbeitsgruppe "lexikalische Erfassung" geplante "historisch-kritische Lexikon der deutschsprachigen Kriminalliteratur" unter Leitung von Wolfram Dietz ("Dinkelsbühler Neue Presse") und Prof. Dr. Egon Schlenndorf (Fernuni Hagen) wird in den nächsten Jahren alles Wissenswerte zum Genre unter Mithilfe zahlreicher Fachgelehrter aus dem In- und Ausland zusammentragen und nach dem Stand der neuesten Forschung präsentieren. Als erstes Massenmedium veröffentlicht wtd vorläufige Auszüge aus den bisherigen Arbeiten der Gruppe.

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31-05-2010

Lena, Krimi, Pop und der Rest

Wenn drei Leute eine CD, einen Film, ein Buch mögen, ist das noch lange kein Pop. Pop bedeutet Masse, Dynamik, Hype und Täuschung, bedeutet, sich auf einen Nenner zu einigen, ungeachtet der Struktur und der möglichen Komplexität eines Gegenstandes. Lena ist Pop, weil sie Lena ist und sonst nichts. Ein trotz des medialen Irrsinns auf zwei, drei Begriffe reduzierbares Wesen: natürlich, hübsch, eigensinnig.

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25-05-2010

Die Zeit, die Zeit

"In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht."

Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.

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Martin Mucha: Papierkrieg

Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.

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19-05-2010

Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.

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12-05-2010

Conte kann

Ach, es ist schön, durch die →Herbstvorschau des Conte Verlages zu blättern, fast gänzlich unbeteiligt, denn den nächsten dpr aus dem feinen Saarbrücker Haus gibts erst im Frühjahr. Ein kleines Nachwort für einen alten Franzosen und, große Freude, die Gewissheit, dass es endlich gelungen ist, dem phantastischen Peter J. Kraus eine neue Heimat zu verschaffen. "Joint Adventure" heisst das Werklein und wärmt nicht nur von außen. Und dann gibt es noch einen Amila und ein mysteriöses Tapirtier, aber das schaut ihr euch jetzt alles selber an, gell?

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11-05-2010

KC im Mai

Mit geziemender Verspätung erschienen: →die neueste Ausgabe der Krimi-Couch, Deutschlands größtes und beliebtestes Krimimagazin. Mit vielen Rezensionen und Interviews, u.a. auch zwei dringend notwendigen Nachholarbeiten des Bloggers. Der hat sich, auch mit Verspätung, Stefan Kiesbyes →"Nebenan ein Mädchen" zur Brust genommen und ist des Lobes voll. Da der Titel nun auch als Taschenbuch erscheint, sogar eine verblüffend aktuelle Rezension. Christine Lehmanns ebenfalls besprochener →"Allmachtsdackel" siecht derweil der Altersschwäche entgegen, ist aber dennoch sehr lesenswert.

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06-05-2010

Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.

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04-05-2010

Rat

Die →neue dpr-Kolumne auf der Krimicouch ist online. Heute für Autorinnen und Autoren, die es unbedingt schaffen wollen. 10 goldene Ratschläge...

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26-04-2010

Das deutsche Element

"XYZ ist ein deutscher Thriller, der sich vor den amerikanischen nicht zu verstecken braucht."

Reden wir nicht von Vergangenheit und Tradition der deutschen Kriminalliteratur, reden wir von ihrer Gegenwart. Immerhin: Es gibt sie. Nicht mehr die entfernte Verwandte der Literatur, für deren Anwesenheit am Katzentisch der Familie man sich schämt, noch nicht – und vielleicht nie – dort platziert, wo die Sippe ihre großen Diskussionen führt, ihre Entscheidungen trifft. Aber überhaupt: DEUTSCHE Kriminalliteratur?

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21-04-2010

Immer mehr Alibis

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Schön. Das Frühjahrsheft der frankokanadischen Krimizeitschrift ALIBIS ist ausgeliefert, "Polar, Noir & Mystere" auch für die des Französischen einigermaßen mächtigen hiesigen besseren Krimistände. Wie immer mit Kurzkrimis, Neuerscheinungen und Rezensionen sowie einem längeren Artikel über den zeitgenössischen Spionageroman, geschrieben von Norbert Spehner, den wir in Anbetracht der Aktualität nicht als den frankokanadischen Krimipapst verunglimpfen wollen. Auf der →Website gibt es weitere Leckereien, wir schließen wie immer mit dem Wunsch, es möge uns der Herr eine eigene Krimizeitschrift bescheren und erinnern uns daran, dass man →im Tümpel der Panzerechsen gerade in dieser Angelegenheit beschäftigt ist.

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19-04-2010

Roberto Alajmo: Mammaherz

Man lernt doch immer wieder was dazu. Ein sizilianischer Autor, eine eloquent-vertrackte, durchaus humorvolle Sprache, aha: Camilleri. Den der Verlag auch umgehend diesen Autor Roberto Alajmo als besonderes Erzähltalent preisen lässt. Tja. Recht hat er. Aber ganz anders als man zunächst vermutet.

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15-04-2010

Opfer und Täter, Täter und Opfer -2-

Es kann ein Kennzeichen gelungener Kriminalliteratur sein, uns hinter die Kulissen der allgegenwärtigen Dichotomien blicken zu lassen, die schematischen Darstellungen von gut und böse, Opfer und Täter. Weniger zum Zweck, uns zu suggerieren, ein Täter sei immer auch ein Opfer und vice versa, sondern um ganz allgemein unseren Blick für das eben nie Eindeutige zu schärfen.

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14-04-2010

Jo Nesbø: Leopard

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(Seit unsere Mitarbeiterin Anna Veronica Wutschel jenen unvergesslichsten aller deutschen Krimisätze gehört hat – "Harry Hole mal den Wagen" – ist sie besonders empfänglich für die Werke des norwegischen Autors Jo Nesbø. Und da es ihr endlich gelungen ist, bei ebay ein Sortiment durchgestrichener o's zu ergattern, rezensiert sie die Bücher nun auch. Lesen Sie den beiliegenden Tatsachenbeweis.)

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12-04-2010

Opfer und Täter, Täter und Opfer -1-

Einer der kleinsten gemeinsamen Nenner in der Kriminalliteratur ist die Notwendigkeit von Opfern und Tätern. Wer das eine ist und wer das andere, vor allem jedoch, dass kein Zweifel daran besteht, wem welche Rolle zufällt. Nun ist dies in Kriminalromanen kein großes Problem, denn meistens gibt es jemanden, der die Kugel abschießt und jemanden, den sie tödlich trifft. Mag sein, dass wir gelegentlich Mitgefühl mit dem Täter empfinden, seine Täterschaft darauf zurückführen, selbst einmal Opfer gewesen zu sein. Dennoch läuft alles darauf hinaus, am Ende beide Seiten akkurat getrennt und benannt zu haben.

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08-04-2010

Killing Helgoland

Bände mit kriminellen Kurzgeschichten, die den Rezensenten gelegentlich erreichen, werden von diesem selten an einem Stück gelesen. Er sucht sich zuerst die Arbeiten von Autorinnen aus, weil er aus Erfahrung weiss, dass ihm die Geschichten von Frauen besser gefallen als die von Männern, nur Gott oder wer auch immer kennt den Grund.

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06-04-2010

Das Ich und das Ranking

Hoho! Wie uns soeben unsere Wiesbadener Filiale von Watching WTD mitteilte, konnten wir uns in einer →Blog-Hitparade auf einem guten 12. Rang behaupten. Den ebenfalls respektablen Platz 20 ergatterte der altehrwürdige Krimiblog des Kollegen Menke. Nett und vielen Dank für den Tipp, liebe Frau Kurzkrimiautorin.

Hoffentlich auch nett →die neueste Kolumne des Bloggers auf der Krimicouch. Mit dem Ich auf Du und Er sozusagen oder: Erzähl, Perspektive! Wir wünschen gute nachösterliche Unterhaltung.

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31-03-2010

Warnung vor dem Alligator

Von verschiedensten Seiten erreichte uns die Bitte resp. der dringende Befehl, von dem Erwerbe von →"Alligatorpapiere. Magazin zur Kriminalliteratur. Nr. 1/200" nachdrücklichst abzuraten. Nach eingehendem Studium des Periodikums kommen wir dieser Bitte / diesem Befehl gerne und mehr als nur pflichtgemäß nach.

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30-03-2010

Hat alles ein Ende?

Die Musikzeitschrift "Spex" rezensiert nicht mehr und schon raunt man vom →"Ende der Musikkritik" und warum es vielleicht doch noch nicht erreicht sei. Und die Krimikritik? Überholt? Nur noch Spielplatz für Egoshooter, während sich der Normalleser mit dem üblichen "Die Geschmäcker sind eh verschieden" abwendet? Ja, ist interessant, mal drüber nachzudenken. Und manche Krimis entziehen sich der Kritik von vornherein, weil sie, sagen wir es direkt, zumindest Sätze enthalten, die mit "Literatur" in einem andeutungsweise künstlerischen Sinn nichts mehr zu tun haben.

"Von Vater hatte sie sich nicht verabschieden können, was wehtat wie eine offene Wunde. (...) Vielleicht weil sie ihren Vater nie geliebt hatte.(...) Und Caroline war in diesem Bermudadreieck aus Vater und Söhnen verschwunden."

Um nur mal einen kurzen schmerzhaften Blick auf Seite 95 von Inge Löhnigs "In weisser Stille" zu werfen. Und sich zu fragen, ob es nicht ein Segen für schreibende Menschen wäre, ein automatisches Warnsystem schlage ihnen sofort den Griffel aus der Hand, sobald sie sich anschicken, solche Nullsätze zu schreiben. Wie soll man das kritisieren? Ich weiss es nicht, ich kann es nicht. Vielleicht ist die übliche Krimikritik tatsächlich überholt, vielleicht liegt das weder an den Kritikern noch an den Lesern, sondern an der Belanglosigkeit dessen, was beiden Seiten aufgetischt wird und daran, dass es dem Gros der Kritiker und dem Gros der Leser ziemlich schnuppe ist. Vielleicht bewegt sich (Kriminal-)Literatur tatsächlich außerhalb der Örtlichkeiten, in die Literatur eindringen sollte, vielleicht ist sie Durchs-Fernseh-Zappen für Leute, die lieber lesen, aber eigentlich auch nur zappen wollen. Nun ja. Das sind betrübliche Aussichten.

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26-03-2010

Was ist passiert?

Wieder mal das Genre neu erfunden. Gestern beim Spülen, um genau zu sein. Wir haben den Whodunit, vielleicht auch den Whydone, aber kein Schwein hat bisher einen Whatdone geschrieben. Täter und Opfer sind bekannt, doch zum Teufel: WAS ist eigentlich passiert?

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24-03-2010

Manfred Wieninger: Prinzessin Rauschkind

Wo Marek Miert ist, möchte man nicht sein. Weder in Harland, der tristen österreichischen Provinzstadt, noch in Gesellschaft von Oberleutnant Gabloner, dem sadistisch-spießigen Polizisten, vor allem aber nicht in den Gedanken des Protagonisten selbst. Die nämlich sind ein Land der Vergleiche, in dem ein Akzent so dezent ist "wie das Glitzern des Geldes in den Augenwinkeln eines Weltbankpräsidenten". Diese Vergleiche sind allgegenwärtig, sie sind schräg und erschreckend wahr zugleich, sie stecken Mierts Welt zwischen den beiden Seiten einer Gleichung ab, die nicht aufgehen kann und doch schlüssig ist.

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22-03-2010

Geb. PB

Hinterlassen Sie hier bitte Ihre Glückwünsche zum runden Geburtstag von Pieke Biermann und fordern Sie eindringlich einen neuen Krimi von ihr ein! Oder lesen Sie endlich mal die alten bzw. mal wieder, und vielleicht wissen Sie dann, dass das was Sie lesen, wenn Sie nicht Pieke Biermann lesen, meistens so ein Rotz ist, dass man...aber nein: Ich rege mich doch jetzt hier nicht auf. Sondern geb dir ein Küsschen, Pieke.

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19-03-2010

Der Blick nach vorn

Man kann kaum noch so schnell lesen wie einem die Krimiorakel um die Ohren gehauen werden. Liegt die Zukunft des Krimis in den Metropolen oder wendet man sich vermehrt der täuschenden Ruhe des Ländlichen zu? Ist Afrika der kommende Krimikontinent oder werden uns die neuen Höhepunkte des Genres eher aus China oder Brasilien erreichen?

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17-03-2010

Ein reisendes Schriftsteller-Ehepaar

Der Regionalkrimi boomt weiterhin, ihn zu produzieren strebt auf der Hitliste der liebsten Freizeitbeschäftigungen unaufhaltsam nach oben (aktuell Rang 3 hinter Fußballgucken und Geschlechtsverkehr). Dennoch: Profis sind auch in diesem Metier dünn gesät. Eine Marktlücke für Könner also, die auf der Suche nach dem schnellen Euro längst auch die Bonanza Regionalkrimi für sich entdeckt haben. Wtd sprach mit dem schriftstellernden Ehepaar Lothar und Ute Düsenberg...

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15-03-2010

Pablo De Santis: Das Rätsel von Paris

Nichts Neues unter der argentinischen Sonne von Pablo De Santis. Auch in "Das Rätsel von Paris" dreht sich alles um Perfektion und Scheitern, Phantasie und Positivismus, Symbol und Mythos. Immerhin: Man erfährt auch explizit etwas über das Wesen von Kriminalliteratur.

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11-03-2010

Peter Robinson: Wenn die Dämmerung naht

(Wenn die Dämmerung naht, widmet sich unsere Fachrezensentin Anna Veronica Wutschel steckenpferdmäßig gerne den blutigen Untaten mörderischer Pärchen. Weil sie bei beginnender Dunkelheit ihr zweites großes Hobby, das Züchten exotischer Schlingpflanzen im heimischen Garten, nicht ausüben kann? Wir wissen es nicht. Lesen Sie also, wie Frau W. ihrem Hobby frönt. Peter Robinson, garantiert schlingpflanzenfrei.)

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09-03-2010

Ich-Krimi

"Es gibt kein Ich. Was wir dafür halten, ist nur eine Aktivität des Gehirns und somit eine Illusion."

So jedenfalls behauptet es "ein renommierter Neurowissenschaftler" – und wird fortan von einer Person, die sich "das Ich" nennt, per Mail belästigt. In seiner Not wendet sich der Wissenschaftler an die Polizei. Ein Kommissar und eine Polizeipsychologin machen sich auf die Suche nach dem Ich...

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08-03-2010

Frauen auf der Couch

Als euer Spezialist für brisante Themen habe ich mir erlaubt, mich auf der Krimicouch länglich, aber beileibe nicht erschöpfend zu krimischreibenden Frauen auszulassen. Die Kolumne findet sich →hier, eine Rezi ist auch noch irgendwo, müsst ihr aber selber suchen (z.B. auf der Startseite der Couch). Apropos Frauen, apropos Rezis: Auch unseraller Patzerschorsch hat sich nun ein Plätzchen auf der Couch gesichert und prompt den "Krimi des Monats" besprochen. Tja, Beziehungen muss man haben...

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04-03-2010

Michael Connelly: So wahr uns Gott helfe

(Nein, im Moment hilft nicht einmal Gott der lädierten wtd-Mannschaft. Nur Anna Veronica Wutschel, unser Fels in der Brandung, tut es, was uns auch viel lieber ist. Lesen Sie hier, was sie von Michael Connelly hält.)

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